"Schreckgespenst" Malware ist effektiv im Kampf gegen Piraterie
Seit Jahren und Jahrzehnten kämpfen Rechtebesitzer gegen Piraterie, die Mittel sind dabei höchst unterschiedlich. Denn man redet Nutzern ins Gewissen, droht ihnen, verklagt sie und noch vieles mehr. Besonders effektiv sind auch Angst-Szenarien, und zwar vor Malware.
Denn die Urheberrechtsbesitzer setzen verstärkt auf Abschreckung. Allerdings sind hier nicht etwa rechtliche Konsequenzen für "Raubkopierer" gemeint, sondern die Angst vor Malware. Denn immer häufiger wird betont, welchen Gefahren man sich aussetzt, wenn man einschlägige Portale besucht. Gewarnt wird vor Trojanern, Ransomware, Kreditkartenbetrug und vielen anderen Malware-Szenarien.
Eine neue Studie hat sich das Thema nun genauer angesehen und diese stellt sich bereits im Titel die zentrale Frage: "Ist Cyberhygiene ein Mittel gegen IPTV-Verstöße?" Darin beschäftigen sich die Autoren von den Universitäten Oxford, Bournemouth und Hamad bin Khalifa mit diversen psychologischen Faktoren des Kampfes gegen Copyright-Verstöße.
Die Teilnehmer der Studie haben zunächst Umfragen ausgefüllt und dann mehrere Mockups eines IPTV-Dienstes vorgesetzt bekommen. Diese hatten unterschiedliche Oberflächen, einige waren völlig sauber, andere wiesen Popups und erkennbare Spy- und Ransomware auf. Die Forscher wollten damit herausfinden, wie bereit Nutzer sind, Risiken auf sich zu nehmen.
Über die Umfragen sollte herausgefunden werden, wie intensiv die Nutzer im Internet unterwegs sind, aber auch weitere psychologische Faktoren. Das Fazit: Intensive Internetnutzer mit "dunkler Triade", also den Persönlichkeitsmerkmalen von Narzissmus, Machiavellismus und/oder subklinischer Psychopathie, sehen riskante Streaming-Plattformen eher als weniger problematisch an.
Der Informatiker Vasilis Katos sagte gegenüber TorrentFreak, dass das sowohl eine gute als auch schlechte Nachricht für Anti-Piraterie-Initiativen ist: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Risikobereitschaft der Menschen - in unserem Fall das Ansehen von audiovisuellen Inhalten, bei denen das Risiko besteht, mit Malware infiziert zu werden - von zwei Hauptaspekten abhängt: den Persönlichkeitsmerkmalen und dem Grad der digitalen Sucht."
Katos weiter: "Ersteres wird als ziemlich konstant und stabil im Laufe der Zeit angesehen, da die dunklen Persönlichkeitsmerkmale genetische und biologische Komponenten haben und sich daher weniger leicht verändern. Bei der digitalen Sucht gehen wir jedoch davon aus, dass es Interventionen gibt, die Menschen anwenden können, um sich zu heilen." Allerdings betonen die Forscher, dass Internetsucht auch die legale Nutzung beeinflusst.
Vereinfacht zusammengefasst bedeutet das, dass Abschreckung durch Malware funktionieren kann, aber nicht muss. Denn es gibt immer wieder Personen, denen die Gefahr nichts ausmacht oder die sie sogar suchen: "Auch wenn diese sicherheitsorientierten Kampagnen dazu beitragen könnten, dass die Zahl der riskanten IPTV-Konsumenten abnimmt, werden sie das Problem nicht beseitigen, denn es gibt immer einen Teil der Bevölkerung, der risikofreudig ist und vielleicht als Teil ihrer Psyche den Nervenkitzel sucht."
Siehe auch:
Angst zur Abschreckung
Wie hält man Internetnutzer von der Piraterie ab? Das ist die Frage, die Urheber und ihre Vertreter seit mittlerweile Jahrzehnten beschäftigt. Die Erfolgsquote derartiger Anti-Piraterie-Kampagnen ist höchst unterschiedlich, denn ganz beseitigen lässt sich das Phänomen nicht. Wie TorrentFreak berichtet, hat sich der Fokus derartiger Bemühungen in den vergangenen Jahren stark gewandelt.Denn die Urheberrechtsbesitzer setzen verstärkt auf Abschreckung. Allerdings sind hier nicht etwa rechtliche Konsequenzen für "Raubkopierer" gemeint, sondern die Angst vor Malware. Denn immer häufiger wird betont, welchen Gefahren man sich aussetzt, wenn man einschlägige Portale besucht. Gewarnt wird vor Trojanern, Ransomware, Kreditkartenbetrug und vielen anderen Malware-Szenarien.
Eine neue Studie hat sich das Thema nun genauer angesehen und diese stellt sich bereits im Titel die zentrale Frage: "Ist Cyberhygiene ein Mittel gegen IPTV-Verstöße?" Darin beschäftigen sich die Autoren von den Universitäten Oxford, Bournemouth und Hamad bin Khalifa mit diversen psychologischen Faktoren des Kampfes gegen Copyright-Verstöße.
Die Teilnehmer der Studie haben zunächst Umfragen ausgefüllt und dann mehrere Mockups eines IPTV-Dienstes vorgesetzt bekommen. Diese hatten unterschiedliche Oberflächen, einige waren völlig sauber, andere wiesen Popups und erkennbare Spy- und Ransomware auf. Die Forscher wollten damit herausfinden, wie bereit Nutzer sind, Risiken auf sich zu nehmen.
Über die Umfragen sollte herausgefunden werden, wie intensiv die Nutzer im Internet unterwegs sind, aber auch weitere psychologische Faktoren. Das Fazit: Intensive Internetnutzer mit "dunkler Triade", also den Persönlichkeitsmerkmalen von Narzissmus, Machiavellismus und/oder subklinischer Psychopathie, sehen riskante Streaming-Plattformen eher als weniger problematisch an.
Der Informatiker Vasilis Katos sagte gegenüber TorrentFreak, dass das sowohl eine gute als auch schlechte Nachricht für Anti-Piraterie-Initiativen ist: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Risikobereitschaft der Menschen - in unserem Fall das Ansehen von audiovisuellen Inhalten, bei denen das Risiko besteht, mit Malware infiziert zu werden - von zwei Hauptaspekten abhängt: den Persönlichkeitsmerkmalen und dem Grad der digitalen Sucht."
Katos weiter: "Ersteres wird als ziemlich konstant und stabil im Laufe der Zeit angesehen, da die dunklen Persönlichkeitsmerkmale genetische und biologische Komponenten haben und sich daher weniger leicht verändern. Bei der digitalen Sucht gehen wir jedoch davon aus, dass es Interventionen gibt, die Menschen anwenden können, um sich zu heilen." Allerdings betonen die Forscher, dass Internetsucht auch die legale Nutzung beeinflusst.
Vereinfacht zusammengefasst bedeutet das, dass Abschreckung durch Malware funktionieren kann, aber nicht muss. Denn es gibt immer wieder Personen, denen die Gefahr nichts ausmacht oder die sie sogar suchen: "Auch wenn diese sicherheitsorientierten Kampagnen dazu beitragen könnten, dass die Zahl der riskanten IPTV-Konsumenten abnimmt, werden sie das Problem nicht beseitigen, denn es gibt immer einen Teil der Bevölkerung, der risikofreudig ist und vielleicht als Teil ihrer Psyche den Nervenkitzel sucht."
Zusammenfassung
- Kampf gegen Piraterie setzt auf Abschreckung durch Malware-Gefahr
- Neue Studie untersucht Cyberhygiene als Mittel gegen IPTV-Verstöße
- Risikobereitschaft abhängig von Persönlichkeit und digitaler Sucht
- Forscher sehen in digitaler Sucht Ansatzpunkt für Maßnahmen
- Abschreckung durch Malware kann wirksam sein, aber nicht bei allen
- Teil der Bevölkerung bleibt trotz Risiken von Piraterie unbeeindruckt
Siehe auch:
- EU-Piraterie: Deutschland ist Schlusslicht - zur Freude der Industrie
- Großer "Piraterie-Filehoster" muss nach Durchsuchungen vom Netz
- Neue Piraterie-Art: Verkauf "handgemachter" USB-Sticks mit Filmen
- Google wurden in neun Monaten 1 Mrd. "Piraterie-Links" gemeldet
- Russland will Piraterie legalisieren - Firmen dort finden das nicht knorke
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