Zuckerwatte-Planet ist eine Hölle:
Auf Wasp-107b regnet es Sand
Während alle Welt eigentlich auf die Entdeckung eines Exoplaneten wartet, der einfach nur ähnlich aussieht wie die Erde, überbietet sich die Realität mit immer neuen Extremen. Das jüngste Beispiel hierfür ist der 200 Lichtjahre entfernte Wasp-107b.
Der Planet und sein Heimatstern sind im Sternbild Jungfrau zu finden. Erste Analysen zeigten schon, dass er zwar ziemlich groß ist, gleichzeitig aber auch eine sehr niedrige Dichte aufweist. Wasp-107b hat in etwa die Masse des Neptun, ist aber so groß wie Jupiter.
Neue Forschungen mit Hilfe von Daten des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen jedoch, dass dieses Bild weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Die Astronomen nannten ihn daher bereits Zuckerwatte-Planet. Erst das neue Instrument macht es möglich, die Zusammensetzung der Atmosphäre anhand von spektrographischen Analysen zu erforschen. Und hier zeichnet sich nun ein seltsames Bild.
"Er ist ein großartiges Ziel, weil er wirklich flauschig ist. Er ist einer der flauschigsten Planeten da draußen und das sind diejenigen, bei denen wir diese großen Signale erhalten können, wenn wir ihre Atmosphäre betrachten", erklärte Joanna Barstow, eine Planetenforscherin an der Open University. "Wir haben in den letzten 10 Jahren an Vorhersagen gearbeitet, aber nichts hat uns auf das vorbereitet, was wir tatsächlich sehen - sowohl was wir herausfinden, als auch die Qualität der Daten. Es ist wirklich aufregend."
Die Vorgänge in der Atmosphäre des Planeten wären mit dem Wasserkreislauf der Erde vergleichbar, nur dass hier der Sand zwischen festem und gasförmigem Zustand wechselt. Aus den heißeren, tieferen Schichten der Atmosphäre mit Temperaturen von fast 1000 Grad Celsius würde Silikatdampf aufsteigen, abkühlen und mikroskopisch kleine Sandkörner bilden. Schließlich werden diese Sandstaubwolken so dicht, dass sie beginnen, in die unteren Schichten der Atmosphäre zurückzuregnen.
"Die Wolken wären wie ein dunstiger Staub", sagte Leen Decin vom Katholischen Institut (KU) Leuven. Besonders unwirtlich macht es dann noch die Tatsache, dass die Wolken quasi in einem beständigen Sturm unterwegs sind. "Diese Sandpartikel strömen mit extrem hoher Geschwindigkeit umher. Ein paar Kilometer pro Sekunde."
Siehe auch:
Neue Forschungen mit Hilfe von Daten des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen jedoch, dass dieses Bild weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Die Astronomen nannten ihn daher bereits Zuckerwatte-Planet. Erst das neue Instrument macht es möglich, die Zusammensetzung der Atmosphäre anhand von spektrographischen Analysen zu erforschen. Und hier zeichnet sich nun ein seltsames Bild.
"Er ist ein großartiges Ziel, weil er wirklich flauschig ist. Er ist einer der flauschigsten Planeten da draußen und das sind diejenigen, bei denen wir diese großen Signale erhalten können, wenn wir ihre Atmosphäre betrachten", erklärte Joanna Barstow, eine Planetenforscherin an der Open University. "Wir haben in den letzten 10 Jahren an Vorhersagen gearbeitet, aber nichts hat uns auf das vorbereitet, was wir tatsächlich sehen - sowohl was wir herausfinden, als auch die Qualität der Daten. Es ist wirklich aufregend."
Eine wahre Hölle
Die neuesten Beobachtungen, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, zeigen Hinweise auf Wasserdampf und Schwefeldioxid, die der Atmosphäre den Geruch von verbrannten Streichhölzern verleihen würden. Es ist auch das erste Mal, dass die chemische Zusammensetzung von Wolken auf einem anderen Planeten identifiziert wurde - in diesem Fall Silikatsand.Die Vorgänge in der Atmosphäre des Planeten wären mit dem Wasserkreislauf der Erde vergleichbar, nur dass hier der Sand zwischen festem und gasförmigem Zustand wechselt. Aus den heißeren, tieferen Schichten der Atmosphäre mit Temperaturen von fast 1000 Grad Celsius würde Silikatdampf aufsteigen, abkühlen und mikroskopisch kleine Sandkörner bilden. Schließlich werden diese Sandstaubwolken so dicht, dass sie beginnen, in die unteren Schichten der Atmosphäre zurückzuregnen.
"Die Wolken wären wie ein dunstiger Staub", sagte Leen Decin vom Katholischen Institut (KU) Leuven. Besonders unwirtlich macht es dann noch die Tatsache, dass die Wolken quasi in einem beständigen Sturm unterwegs sind. "Diese Sandpartikel strömen mit extrem hoher Geschwindigkeit umher. Ein paar Kilometer pro Sekunde."
Zusammenfassung
- Exoplanet Wasp-107b 200 Lichtjahre entfernt
- Masse wie Neptun, Größe wie Jupiter
- "Zuckerwatte-Planet" genannt
- James-Webb-Teleskop analysiert Atmosphäre
- Hinweise auf Wasserdampf und Schwefeldioxid
- Erste Identifikation von Silikatsandwolken
- Sandzyklus ähnlich irdischem Wasserkreislauf
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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