So viel bezahlt Google an Apple, um Standardsuche auf iPhones zu sein
Derzeit läuft in den USA eine große Kartelluntersuchung der Geschäftspraktiken Googles und dabei stehen auch die Exklusivdeals des Suchmaschinenriesen im Fokus. Der sicherlich bedeutendste ist jener mit Apple. Hier liegen nun aktuelle Zahlen vor.
Es gibt aber sehr wohl externe Schätzungen und Berechnungen. Zuletzt tauchten dazu Anfang 2019 Zahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs auf, laut diesen habe Google vor fünf Jahren rund 9,5 Milliarden Dollar an den Konzern aus Cupertino überwiesen (mit dieser Höhe rechnet aktuell auch die US-Justiz). Diese Zahl dürfte sich zuletzt aber in etwa verdoppelt haben, berichtet The Register unter Berufung auf einen Bericht des Beratungsunternehmens Bernstein.
Laut Bernstein bezahlt Google im Rahmen des sogenannten Information Services Agreement (ISA) "zwischen 18 und 20 Milliarden Dollar" pro Jahr an Apple, um seinen Status als "dominierende Suchmaschine auf dem iPhone" abzusichern. Allerdings ist dieser Deal durch die Untersuchungen des US-Justizministeriums nun in Gefahr, so Bernstein - und das könnte bei Apple ein gewaltiges Loch in die Bilanzen reißen.
Bernstein: "Wir glauben, dass es möglich ist, dass Bundesgerichte gegen Google entscheiden und es zwingen, seinen Suchvertrag mit Apple zu kündigen. Wir schätzen, dass das ISA einen Wert von 18 bis 20 Milliarden Dollar an jährlichen Zahlungen von Google an Apple hat, was 14 bis 16 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns von Apple entspricht."
Die aktuelle Untersuchung des US-Justizministeriums (DoJ) bringt diesen Deal in Gefahr, denn es ist denkbar und sogar wahrscheinlich, dass das DoJ diesem einen Riegel verschiebt. Apple wird das sicherlich verkraften, aber das dürfte auch weitere Folgen haben, unter anderem auf Mozilla. Denn auch der Firefox-Macher bekommt solches "Suchmaschinen-Geld" von Google und ist finanziell auch darauf angewiesen.
Siehe auch:
- US-Kartelluntersuchung untersucht Geschäftspraktiken von Google
- Exklusivdeal zwischen Google und Apple im Fokus
- Google zahlt Apple für Vorinstallation seiner Suchmaschine
- Schätzungen zufolge überweist Google 18-20 Mrd. Dollar pro Jahr an Apple
- Untersuchung des US-Justizministeriums bedroht den Deal
- Mögliche Kündigung des Vertrags könnte Apples Bilanz beeinflussen
- Auswirkungen auch auf andere Unternehmen wie Mozilla möglich
Zehn Milliarden Dollar - oder mehr?
Wie viel Geld überweist Google an den Nachbarn aus dem kalifornischen Cupertino, damit Apple auf allen iPhones und anderen Produkten die weltweit größte Suchmaschine vorinstalliert? Das ist an sich ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis, über das keine öffentlich einsehbaren Informationen vorliegen.Es gibt aber sehr wohl externe Schätzungen und Berechnungen. Zuletzt tauchten dazu Anfang 2019 Zahlen der US-Investmentbank Goldman Sachs auf, laut diesen habe Google vor fünf Jahren rund 9,5 Milliarden Dollar an den Konzern aus Cupertino überwiesen (mit dieser Höhe rechnet aktuell auch die US-Justiz). Diese Zahl dürfte sich zuletzt aber in etwa verdoppelt haben, berichtet The Register unter Berufung auf einen Bericht des Beratungsunternehmens Bernstein.
Laut Bernstein bezahlt Google im Rahmen des sogenannten Information Services Agreement (ISA) "zwischen 18 und 20 Milliarden Dollar" pro Jahr an Apple, um seinen Status als "dominierende Suchmaschine auf dem iPhone" abzusichern. Allerdings ist dieser Deal durch die Untersuchungen des US-Justizministeriums nun in Gefahr, so Bernstein - und das könnte bei Apple ein gewaltiges Loch in die Bilanzen reißen.
Bernstein: "Wir glauben, dass es möglich ist, dass Bundesgerichte gegen Google entscheiden und es zwingen, seinen Suchvertrag mit Apple zu kündigen. Wir schätzen, dass das ISA einen Wert von 18 bis 20 Milliarden Dollar an jährlichen Zahlungen von Google an Apple hat, was 14 bis 16 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns von Apple entspricht."
Die aktuelle Untersuchung des US-Justizministeriums (DoJ) bringt diesen Deal in Gefahr, denn es ist denkbar und sogar wahrscheinlich, dass das DoJ diesem einen Riegel verschiebt. Apple wird das sicherlich verkraften, aber das dürfte auch weitere Folgen haben, unter anderem auf Mozilla. Denn auch der Firefox-Macher bekommt solches "Suchmaschinen-Geld" von Google und ist finanziell auch darauf angewiesen.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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