Apple-Chef Tim Cook leugnet, dass man nur Greenwashing betreibe

Bei der Vorstellung des iPhone 15 hat Apple auch mit einem relativen langen Film für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, denn man hat ein Meeting mit "Mutter Natur" gehabt. Das hatte nicht nur Fremdschäm-Potenzial, sondern brachte Apple auch Greenwashing-Vorwürfe ein.
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Nachhaltigkeit oder Greenwashing?

Umwelt- und damit Klimaschutz sind bereits seit Längerem große Themen in Unternehmen. Oder besser gesagt: Es sind große Themen in Bezug auf die PR des jeweiligen Konzerns. Wie "grün" die Unternehmen tatsächlich sind, ist eine andere Frage, denn vielfach behauptet das Marketing eines und aus Fabriken und Co. kommt etwas anderes heraus.

Das gilt nicht nur für Apple, sondern praktisch jedes einzelne Unternehmen, das sich selbst auf die Schulter klopft. Allerdings lehnt sich der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino hier besonders weit aus dem Fenster. So hat der Konzern vor rund einem Monat bei der Vorstellung der neuen Apple-Smartphones ein gut fünf Minuten langes Filmchen gezeigt, in dem man "Mutter Natur" überzeugt, dass das Unternehmen bis 2030 seinen CO₂-Abdruck auf null reduzieren wird.

Umweltschutz: Apple bekommt Besuch von "Mutter Natur"

Doch schnell wurden Stimmen laut, dass das allenfalls Greenwashing ist, also nur PR. CEO Tim Cook wurde nun in einem Interview mit Brut darauf angesprochen (via Apple Insider) und u. a. gefragt, ob es nicht widersprüchlich ist, wenn ein Unternehmen seinen Kunden jedes Jahr aggressiv einredet, dass sie ein neues iPhone brauchen und gleichzeitig für Nachhaltigkeit selbst lobt.

Der Frage wich Tim Cook ein Stück weit aus und meinte: "Ich denke, es ist eine großartige Sache, jedes Jahr ein iPhone für die Leute zu haben, die es haben wollen", sagte Cook. "Und wir ermöglichen es den Leuten, ihr Telefon einzutauschen ... und wir verkaufen das Telefon weiter, wenn es noch funktioniert." Wenn das Gerät nicht mehr funktioniert, dann wird dieses von Apple zerlegt sowie recycelt, und zwar für neue iPhones.

Als Beweis dafür, dass man nichts zu verbergen hat, führte Cook das Team durch ein bisher nicht der Öffentlichkeit bzw. Presse zugängliches Datenzentrum. Wenn es um die Umwelt geht, dann mache man von seiner üblichen Geheimniskrämerei eine Ausnahme. Grund, so Cook: "Wir wollen sehr offen sein, weil wir kopiert werden wollen." Der CEO verwies u. a. auf weitreichende Solarpanels in der Nähe des Data Centers.

Allerdings wollte der Interviewer von Cook auch wiederholt wissen, ob der Begriff "klimaneutral" nicht irreführend und de facto bedeutungslos sei. Den Vorwurf derartigen Greenwashings wies Cook aber von sich (""Greenwashing ist verwerflich") und meinte, dass sein Unternehmen es nicht bei Worten belasse: "Ich lade jeden ein, sich auf unserer Website anzuschauen, wie wir das definieren, denn was wir tun, ist harte Arbeit, um unseren Fußabdruck drastisch zu verringern", sagte der Apple-CEO. "Und was nach all diesen Maßnahmen übrig bleibt, gleichen wir durch hochwertige Kompensationsmaßnahmen wie bewirtschaftete Wälder und bewirtschaftetes Grasland aus, die der Atmosphäre Kohlenstoff entziehen."

Zusammenfassung
  • Apple präsentiert iPhone 15 und Video über Meeting mit "Mutter Natur"
  • Vorwürfe des Greenwashings gegen Apple
  • Apple verspricht, bis 2030 CO₂-Abdruck auf null zu reduzieren
  • Cook verteidigt jährliche iPhone-Neuerscheinungen, betont Recycling
  • Cook führt Team durch bisher nicht öffentliches Datenzentrum
  • Cook weist Vorwurf des Greenwashings zurück
  • Cook lädt ein, sich über Apples Umweltmaßnahmen zu informieren

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