Nach Jahrzehnt vor Gericht muss Intel 376 Mio. Strafe in der EU zahlen
Intel hatte Geld an HP, Acer und Lenovo bezahlt, damit diese Chips der Konkurrenz in ihren Produkten stark benachteiligen. Die EU hatte eine Milliardenstrafe verhängt. Nach einem Jahrzehnt vor Gericht kann Intel einen Teil des Bußgeldes nicht mehr abwenden.
Im Jahr 2009 hatte die EU-Kommission gegen Intel eine Rekordstrafe verhängt: 1,06 Milliarden Euro. Der Vorwurf: Das Unternehmen hatte zwischen 2002 und 2007 den Marktzugang von Wettbewerbern durch unerlaubte Methoden behindert. Die massive Sanktion lösten jahrelange gerichtliche Einsprüche aus, bei denen Intel versucht, verschiedene Aspekte der Vorwürfe juristisch anzugreifen.
Wie jetzt bekannt wurde, hat das Unternehmen nach über einem Jahrzehnt der kartellrechtlichen Auseinandersetzung den Widerstand gegen Teile der EU-Strafe aufgegeben. Wie die EU heute mitteilt, kann damit eine Geldbuße in Höhe von 376,36 Millionen Euro final verhängt werden.
Die Kommission beschreibt in ihrer Mitteilung noch einmal detailliert, welche Methoden Intel in den Nullerjahren zur Unterdrückung der Konkurrenz angewendet hatte.
Die Vorwürfe der Kommission, für die Intel jetzt zahlen muss:
"Infolge dieser Beschränkungen haben die Computerhersteller die Vermarktung von Produkten (...), die sie aktiv geplant hatten und für die eine Verbrauchernachfrage bestand, gestoppt, verzögert oder eingeschränkt", so die Kommission in ihrer Mitteilung zur Verhängung der Strafe.
In einem Urteil von 2022 hatte das Gericht der Europäischen Union geurteilt, dass man der Bewertung der Kommission in Bezug auf diese Rabatte nicht folgt, da ein hinreichender Nachweis zur Beschränkung des Wettbewerbs nicht erfolgt sei. Die Kommission hat wiederum gegen diesen Teil des Urteils Rechtsmittel eingelegt.
Siehe auch:
Wie jetzt bekannt wurde, hat das Unternehmen nach über einem Jahrzehnt der kartellrechtlichen Auseinandersetzung den Widerstand gegen Teile der EU-Strafe aufgegeben. Wie die EU heute mitteilt, kann damit eine Geldbuße in Höhe von 376,36 Millionen Euro final verhängt werden.
Die Kommission beschreibt in ihrer Mitteilung noch einmal detailliert, welche Methoden Intel in den Nullerjahren zur Unterdrückung der Konkurrenz angewendet hatte.
Die Vorwürfe der Kommission, für die Intel jetzt zahlen muss:
- Intel leiste zwischen Nov. 2002 und Mai 2005 Zahlungen an HP, um AMD-basierte Business-Desktops einzuschränken.
- Intel zahlte Acer, um die Markteinführung AMD-basierter Notebooks zu verschieben (Sep. 2003 auf Jan. 2004).
- Intel zahlte Lenovo, um die Einführung von AMD-basierten Notebooks zu verschieben (Jun. 2006 auf Ende 2006).
"Infolge dieser Beschränkungen haben die Computerhersteller die Vermarktung von Produkten (...), die sie aktiv geplant hatten und für die eine Verbrauchernachfrage bestand, gestoppt, verzögert oder eingeschränkt", so die Kommission in ihrer Mitteilung zur Verhängung der Strafe.
Es geht noch weiter
Für die EU und Intel ist mit der jetzt verhängten Strafe die Aufarbeitung der Nullerjahre aber weiterhin nicht abgeschlossen. Die EU wirft dem Unternehmen weiterhin vor, neben direkten Zahlungen auch mit sogenannten "Vorbehaltsrabatten" den Markt verzehrt zu haben. Dabei wurden PC-Herstellern Rabatte unter der Bedingung gewährt, dass sie fast alle x86-CPUs von Intel kaufen.In einem Urteil von 2022 hatte das Gericht der Europäischen Union geurteilt, dass man der Bewertung der Kommission in Bezug auf diese Rabatte nicht folgt, da ein hinreichender Nachweis zur Beschränkung des Wettbewerbs nicht erfolgt sei. Die Kommission hat wiederum gegen diesen Teil des Urteils Rechtsmittel eingelegt.
Zusammenfassung
- 2009 verhängte EU-Kommission Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro gegen Intel.
- Intel hat den Widerstand gegen Teile der EU-Strafe aufgegeben.
- Eine Geldbuße von 376,36 Millionen Euro kann nun final verhängt werden.
- Anlass: Intel zahlte HP, Acer und Lenovo, um AMD-basierte Produkte zu verzögern.
- Die EU wirft Intel weiterhin vor, mit "Vorbehaltsrabatten" den Markt verzerrt zu haben.
- Die Kommission hat Rechtsmittel gegen Urteil zu Rabatten von 2022 eingelegt.
Siehe auch:
- EU vs. Intel: Berufung gegen Aufhebung der Uralt-Milliardenstrafe
- Lebensretter: Experten fordern intelligent gesteuertes Tempolimit
- Rekordstrafe in der EU: Intel bekommt wohl doch noch eine Chance
- Intel scheitert mit Widerspruch gegen EU-Rekordstrafe komplett
- Intels McAfee-Übernahme: EU äußert Bedenken
Thema:
Intels Aktienkurs in Euro
Beliebt im Preisvergleich
- CPUs:
Videos zum Thema
- Geekom IT15: Leistungsstarker Mini-PC mit Intel-AI-Chip im Test
- Geekom XT13 Pro 2025 Edition: Leise Neuauflage des Mini-PC im Test
- Nvidia RTX 5060 unter der Lupe: Mit fünf Budget-CPUs im Härtetest
- MSI Stealth A18 AI+ & Stealth 18 HX AI: RTX 5000 trifft Intel und AMD
- Geekom GT1 Mega: Mini-PC im Benchmark- und Spiele-Test
Neue Intel-Downloads
Beiträge aus dem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- The Witcher: CD Projekt plant angeblich neues Multiplayer-Spiel
- Forscher bauen aus alten Handys erstaunlich leistungsstarke Server
- Xbox-Exodus: Chef von Microsofts Spielestudios geht
- Galaxy A27: Samsung leakt sein neues Jedermann-Smartphone selbst
- Spiele als Dauerwerbesendung: EA plant Reklame 'direkt im Gameplay'
- Nutzen umstritten, UK bannt dennoch Social Media für Unter-16-Jährige
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen