IBM rettet IT-Abteilungen:
KI übersetzt COBOL in moderne Sprache

KI-Systeme wirken in vielen Bereichen wie magische Helfer - und nun sollen sie sogar in der Lage sein, den gordischen Knoten, der irgendwann im Entwicklungs-Prozess von Software-Code entstand, zu lösen: Ein IBM-Service soll COBOL in moderne Sprachen übersetzen.
Hacker, Security, Hack, Entwickler, Entwicklung, Cybersecurity, Exploit, Hacking, Code, Programmierung, Quellcode, Programmierer, Developer, Sdk, Programmieren, Sourcecode, Cyber, Dev, Coding, Coder, Development, Binärcode, Binär

Experten sind in Rente

Die Common Business Oriented Language (COBOL) ist in der Skala des Computer-Zeitalters ein Dinosaurier. Die Programmiersprache wurde erstmals im Jahr 1959 veröffentlicht - damals war an Computer, in denen Halbleiter-Chips arbeiten, noch kaum zu denken. Immerhin war der erste integrierte Schaltkreis auf einem Substrat gerade erstmals zum Patent angemeldet worden und die ersten größeren Produktionsmengen solcher Bauelemente folgten erst zehn Jahr später.

Trotz der Betagtheit gibt es noch immer zahlreiche Anwendungen und Systeme, auf denen COBOL-Codes laufen. Meist handelt es sich um Applikationen in Unternehmen und Behörden, die seit Jahrzehnten stur ihren Dienst verrichten und bei denen niemand eine Notwendigkeit sah, sie komplett auf Basis moderner Technologien neu zu bauen. Probleme gibt es aber dann, wenn doch Anpassungen oder Wartungsarbeiten nötig sind, denn Entwickler mit guten COBOL-Kenntnissen sind heute nur noch selten zu finden.

Watsonx Code Assistant für Z: KI übersetzt COBOL nach Java

Bei IBM hat man daher nun an einem KI-System gearbeitet, das bei der Übersetzung helfen soll. Das Ergebnis dessen ist der nun vorgestellte Watsonx Code Assistant für Z. Dieser Dienst ist vor allem darauf ausgelegt, den COBOL-Code, der auf Z-Mainframes des Herstellers arbeitet, nach Java zu übersetzen - und damit in die Programmiersprache, die heute zum Standard bei der Programmierung von Businesslösungen auf solchen Maschinen gehört.

Viel zu tun

Nach Angaben IBMs gibt es Milliarden von COBOL-Codezeilen, die für eine Modernisierung infrage kommen. In einem Bericht aus dem letzten Jahr wurde die Gesamtzahl auf 775 bis 850 Milliarden Zeilen geschätzt. Der IBM-Assistent wird daher nicht nur eine sture Übersetzung ermöglichen, sondern Entwickler auch dabei unterstützen, den am meisten modernisierungsbedürftigen Code herauszufiltern.

Der aus der Übersetzungsarbeit der KI resultierende Java-Code wird nach Angaben des Anbieters objektorientiert sein, aber immer noch mit dem Rest der COBOL-Anwendung sowie mit Schlüsseldiensten wie CICS, IMS, DB2 und anderen z/OS-Laufzeiten zusammenarbeiten. Das Tool soll ab dem vierten Quartal verfügbar sein. Zukünftig werden auch Übersetzungen zwischen vielen weiteren Sprachen angeboten, laut IBM wird das dahinterstehende KI-Modell derzeit auf 115 Programmiersprachen trainiert.

Download Notepad++ - Freier Editor für Programmierer
Zusammenfassung
  • IBM entwickelt KI-System zur Übersetzung von COBOL in moderne Sprachen
  • COBOL ist eine veraltete Programmiersprache
  • Mangel an Entwicklern mit COBOL-Kenntnissen erschwert Anpassungen
  • Watsonx Code Assistant für Z übersetzt COBOL-Code in Java
  • Milliarden von COBOL-Codezeilen könnten modernisiert werden
  • Übersetzter Java-Code bleibt kompatibel mit COBOL-Anwendungen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!