Android-Warnung versagte beim verheerenden Erdbeben in der Türkei
Google hat seit einigen Jahren eine aktive Erdbebenwarnung in Android eingebaut. Doch ausgerechnet bei den verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien im Februar dieses Jahres soll das System versagt haben.
Laut dem BBC-Bericht hat das Warnsystem aber versagt und erst nach dem großen Beben Warnungen ausgesendet, als es Nachbeben und leichte Erschütterungen gab. Infografik: Android dominiert den deutschen Smartphone-Markt
Das Erdbeben der Stärke 7,8 in Teilen der Türkei und Syrien veranlasste demnach keine Benachrichtigung. Der Bericht zitiert Hunderte von Menschen, die in der Türkei zu dem Beben befragt wurden und von denen keiner angab, eine Warnung von Google erhalten zu haben. Der Smartphone-Markt in der Türkei besteht zu rund 80 Prozent aus Android-Telefonen.
Ein verantwortlicher Manager für die Erdbebenwarnungen von Android erklärte auf Nachfrage, das Unternehmen sei "zuversichtlich, dass dieses System vor dem ersten großen Beben ausgelöst und Warnungen gesendet hat".
Google habe aber keine Beweise zur Untermauerung dieser Behauptung vorgelegt, sondern lediglich Beiträge in sozialen Medien zitiert. Bei der Kontaktaufnahme mit denjenigen, die die Warnung gepostet hatten, konnte nur ein Nutzer bestätigen, dass er eine Warnung vor dem ersten Beben erhalten hatte, während sich die anderen Posts auf spätere Beben bezogen, für die Warnungen ankamen.
Der Google-Manager erklärte, dass die "wahrscheinlichste Erklärung" sei, dass die Nutzer die Benachrichtigungen angesichts der Auswirkungen des ersten Bebens nicht gesehen hätten und fügte hinzu:
Während eines verheerenden Erdbebens können zahlreiche Faktoren Einfluss darauf haben, ob die Nutzer eine zusätzliche Warnung erhalten, bemerken oder darauf reagieren - einschließlich der spezifischen Merkmale des Erdbebens und der Verfügbarkeit von Internetverbindungen.
Das Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 war eines der verheerendsten in jüngster Zeit. Fast 60.000 Tote wurden gezählt, von denen viele durch einstürzende Gebäude ums Leben kamen.
Siehe auch:
- Google hat eine aktive Erdbebenwarnung in Android eingebaut
- Soll bei Erdbeben in der Türkei im Februar versagt haben.
- Automatische Warnungen, bevor man Erschütterungen spürt.
- Laut BBC-Bericht wurden keine Warnungen versendet.
- Google ist davon überzeugt, dass das System funktionierte.
- Nutzer hätten die Warnungen angesichts des Bebens nicht gesehen.
Warnsystem soll zu spät reagiert haben
Das meldet die BBC und belegt das mit ihrer Auswertung der Nachrichten, die Android-Nutzer in der Türkei erhalten haben. Die Warnfunktion soll eigentlich im Vorfeld der ersten merkbaren Erschütterungen an die Android-Nutzer automatisch verteilt werden, sodass noch schnell Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.Laut dem BBC-Bericht hat das Warnsystem aber versagt und erst nach dem großen Beben Warnungen ausgesendet, als es Nachbeben und leichte Erschütterungen gab. Infografik: Android dominiert den deutschen Smartphone-Markt
Das Erdbeben der Stärke 7,8 in Teilen der Türkei und Syrien veranlasste demnach keine Benachrichtigung. Der Bericht zitiert Hunderte von Menschen, die in der Türkei zu dem Beben befragt wurden und von denen keiner angab, eine Warnung von Google erhalten zu haben. Der Smartphone-Markt in der Türkei besteht zu rund 80 Prozent aus Android-Telefonen.
Google sieht das anders
Wie die BBC schreibt, ist Google allerdings davon überzeugt, dass das System gut funktioniert hat.Ein verantwortlicher Manager für die Erdbebenwarnungen von Android erklärte auf Nachfrage, das Unternehmen sei "zuversichtlich, dass dieses System vor dem ersten großen Beben ausgelöst und Warnungen gesendet hat".
Google habe aber keine Beweise zur Untermauerung dieser Behauptung vorgelegt, sondern lediglich Beiträge in sozialen Medien zitiert. Bei der Kontaktaufnahme mit denjenigen, die die Warnung gepostet hatten, konnte nur ein Nutzer bestätigen, dass er eine Warnung vor dem ersten Beben erhalten hatte, während sich die anderen Posts auf spätere Beben bezogen, für die Warnungen ankamen.
Der Google-Manager erklärte, dass die "wahrscheinlichste Erklärung" sei, dass die Nutzer die Benachrichtigungen angesichts der Auswirkungen des ersten Bebens nicht gesehen hätten und fügte hinzu:
Während eines verheerenden Erdbebens können zahlreiche Faktoren Einfluss darauf haben, ob die Nutzer eine zusätzliche Warnung erhalten, bemerken oder darauf reagieren - einschließlich der spezifischen Merkmale des Erdbebens und der Verfügbarkeit von Internetverbindungen.
Das Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 war eines der verheerendsten in jüngster Zeit. Fast 60.000 Tote wurden gezählt, von denen viele durch einstürzende Gebäude ums Leben kamen.
Siehe auch:
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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