Der digitale Euro soll kommen - in Brüssel zurrt man ersten Rahmen fest
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission wollen den digitalen Euro. Ein erster Gesetzentwurf soll jetzt in die Diskussion gehen. Allerdings gibt es zu diesem Projekt noch eine ganze Reihe offener Fragen, sodass eine schnelle Lösung unwahrscheinlich ist.
In den zuständigen Institutionen in Brüssel ist man sich im Grunde einig, dass es das europäische Zentralbankgeld zukünftig nicht mehr nur in Form von Münzen und Scheinen, sondern auch in digitaler Form geben soll. Man sieht sich dabei durchaus aufgrund externer Entwicklungen in Zugzwang - denn man rechnet damit, dass die EU-Bürger ansonsten zunehmend ausländische Digitalwährungen oder gar private Kryptosysteme verwenden.
Auf den ersten Blick erschließt sich der Sinn eines digitalen Euros nur bedingt. Denn die meisten Nutzer sind ohnehin bereits daran gewöhnt, jederzeit über ihr Smartphone Zugang zum Onlinebanking und diversen Payment-Optionen zu haben. Daran ändert eine digitale Option neben dem Bargeld nur wenig.
Die digitalen Währungseinheiten würden außerdem jeweils direkt von der EZB verwaltet. Man könnte sie dann zwar auch auf das Girokonto der Hausbank legen, müsste dies aber nicht zwingend tun. So wäre ein Austausch mit anderen Personen ohne die oft nicht in Echtzeit erfolgenden Banktransfers möglich. Wie genau dies allerdings umgesetzt werden soll, ohne den Banken einen guten Teil ihrer Geschäftsgrundlage zu entziehen, ist noch unklar.
Auch verschiedene andere Fragen, wie beispielsweise der Datenschutz, die Optionen anonymisierter Nutzung und die Sicherheitstechniken lassen sich zur Zeit noch nicht beantworten und es gibt eine Menge Klärungsbedarf. Daher dürfte es vor den europäischen Parlamentswahlen im kommenden Jahr kaum zu einem Gesetzentwurf kommen, der von allen Gremien akzeptiert werden kann. Es dürfte eher noch drei bis vier Jahre bis zu einem realen Umsetzungsmodell dauern.
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Auf den ersten Blick erschließt sich der Sinn eines digitalen Euros nur bedingt. Denn die meisten Nutzer sind ohnehin bereits daran gewöhnt, jederzeit über ihr Smartphone Zugang zum Onlinebanking und diversen Payment-Optionen zu haben. Daran ändert eine digitale Option neben dem Bargeld nur wenig.
Viele offene Fragen
Es gibt aber doch Dinge, die anders sind, berichtet die Tagesschau. So würde ein digitaler Euro als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Das hieße, dass Unternehmen verpflichtet wären, diese Option zu akzeptieren. Läden, die nur Bargeld akzeptieren, dürfte es dann schlicht nicht mehr geben. Außerdem wäre garantiert, dass Banken und andere Finanzdienstleister bestimmte Basisdienste kostenlos bereitstellen müssen.Die digitalen Währungseinheiten würden außerdem jeweils direkt von der EZB verwaltet. Man könnte sie dann zwar auch auf das Girokonto der Hausbank legen, müsste dies aber nicht zwingend tun. So wäre ein Austausch mit anderen Personen ohne die oft nicht in Echtzeit erfolgenden Banktransfers möglich. Wie genau dies allerdings umgesetzt werden soll, ohne den Banken einen guten Teil ihrer Geschäftsgrundlage zu entziehen, ist noch unklar.
Auch verschiedene andere Fragen, wie beispielsweise der Datenschutz, die Optionen anonymisierter Nutzung und die Sicherheitstechniken lassen sich zur Zeit noch nicht beantworten und es gibt eine Menge Klärungsbedarf. Daher dürfte es vor den europäischen Parlamentswahlen im kommenden Jahr kaum zu einem Gesetzentwurf kommen, der von allen Gremien akzeptiert werden kann. Es dürfte eher noch drei bis vier Jahre bis zu einem realen Umsetzungsmodell dauern.
Zusammenfassung
- EZB und EU will den digitalen Euro: Gesetzentwurf in Diskussion.
- Digitaler Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.
- Direkt von EZB verwaltet, Austausch ohne Banktransfers möglich.
- Datenschutz, Anonymität, Sicherheitstechniken noch unklar.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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