Microsoft hat Xbox Series X-Verkäufe zugunsten der Cloud "geopfert"

Derzeit läuft in den USA die Verhandlung, in der es darum geht, ob die Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft vorerst stoppen kann. Dabei werden diverse Details zum Gaming-Geschäft bekannt, allen voran der Xbox.
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Seit der Ankündigung der Übernahme-Pläne von Microsoft gibt es diverse regulatorische Vorgänge, bei denen geprüft wird, ob der Redmonder Konzern Activision Blizzard überhaupt kaufen darf. Diese sind zeitraubend und für Microsoft vermutlich auch nervtötend, der interessierten Öffentlichkeit erlauben diese Verhandlungen aber viele spannende Einblicke in das Gaming-Geschäft.

Im Fall der aktuellen Anhörungen bzw. der vorgelegten Dokumente zur von der FTC angestrebten einstweiligen Verfügung ist es ein wahres Füllhorn an Informationen. Diese gewähren uns einen besonders guten Blick hinter die Kulissen dieser Branche. Dabei bekommen wir einerseits einen Eindruck, wie Sony arbeitet, um den Deal zu verhindern - und das, obwohl man darin zunächst keine Bedrohung für das eigene Geschäft gesehen hat.

Microsoft-Interna zur Xbox

Andererseits kommen zahlreiche Microsoft-Interna zur Sprache, die verraten, wie die Redmonder das eigene Gaming-Geschäft sehen. Im konkreten Fall geht es um die Strategie hinsichtlich der beiden aktuellen Konsolen Xbox Series X und Xbox Series S. Denn wie The Verge berichtet, geht Microsoft seit dem Start bewusst von schlechteren Verkaufszahlen der Konsolen aus, um Cloud- und Gaming-Inhalte voranzubringen.


Das geht jedenfalls aus einem E-Mail-Austausch zwischen Gaming-Chef Phil Spencer und Xbox-Finanzchef Tim Stuart aus dem Dezember 2020 hervor. Spencer hat damals in Bezug auf die schlechte Verfügbarkeit der Geräte zum Start geringere Produktionsausbeuten eingeräumt, dazu kommt die Verschiebung von Halo. Das seien aber nicht die Hauptfaktoren gewesen, so der oberste Gamer von Microsoft.

Der Konzern hat die Chipproduktion bewusst nicht forciert, weil man eine strategische Wette auf dem Cloud-Geschäft einging. Dabei geht es aber nicht unbedingt darum, Spieler in die Cloud zu treiben, sondern auch um eine Abwägung der Investitionen: "Aus strategischer Sicht glaube ich an unsere Kompromisse für Cloud und Content in Gaming gegenüber dem Konsolenvolumen", schrieb Spencer damals. "Mit unserer Strategie und unseren Möglichkeiten wird das Konsolenvolumen immer noch das sein, was wir einschränken, um unsere langfristigen Ziele zu erreichen."

Die Dokumente zeigen außerdem, dass Microsoft an einer speziellen Cloud-Xbox gearbeitet hat, also einer schwachen Hardware, die im Prinzip nur den Zweck hat, den Zugang zum Cloud-Gaming zu ermöglichen. Diese Pläne sind bereits länger bekannt, wobei es derzeit nicht danach aussieht, dass Microsoft die "xCloud SKU" in naher Zukunft veröffentlichen wird.

Zusammenfassung
  • Microsoft-Übernahme von Activision: tiefgreifende Einblicke.
  • Sony will Deal verhindern, aber keine Bedrohung für eigenes Geschäft.
  • Interna: Strategie hinter Xbox Series X & S, Cloud-Gaming & Investitionen.

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