Kaspersky findet Staatstrojaner auf iPhones - Russland nutzt die Chance

Der Computerkonzern Apple gerät aktuell in den Fokus rus­si­scher Propaganda. Es begann damit, dass die Se­cu­ri­ty-Fir­ma Kas­per­sky Lab eine bereits ausgenutzte Schwachstelle in iOS ent­deck­te und führt zu Vorwürfen, Apple habe diese be­wusst platziert.
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Apple
Seitens Kasperskys teilte man mit, in dem von ihnen betriebenen Sicherheitsnetzwerk einige iPhones entdeckt zu haben, auf denen sich eine Malware festgesetzt hatte. Diese nutzten Zero-Click-Exploits für die Infektion - es bedurfte also keiner User-Interaktion, um dem Schadcode den Weg in das System zu ebnen. Sicherheitslücken, die auf diese Weise genutzt werden können, sind insbesondere unter iOS recht selten und werden für gewöhnlich nicht von normalen Kriminellen genutzt.

Vielmehr ist ein entsprechender Exploit auf dem Schwarzmarkt Millionen wert und es bedarf entsprechender Ressourcen, um ihn nutzen zu können. Häufig werden entsprechende Schwachstellen daher von Staatstrojanern ausgenutzt. So auch im aktuellen Fall, der von Kaspersky auf den Namen "Operation Triangulation" getauft wurde. Bereits seit 2019 soll die dahinter stehende Malware existieren. Sie wurde immer wieder angepasst, um neue Schutzmaßnahmen Apples zu umgehen. In der aktuellsten iOS-Version 16.5 sollte die Sicherheitslücke sogar komplett geschlossen sein, da Kaspersky seine Erkenntnisse an Apple weitergab und das Unternehmen in solchen Fällen schnell reagiert.


FSB nutzt die Vorlage

Parallel dazu erhob aber der russische Staat unter Berufung auf den Kaspersky-Bericht schwere Vorwürfe gegen Apple. Seitens des Geheimdienstes FSB hieß es, Apple habe hier bewusst eine Backdoor in sein iPhone-Betriebssystem integriert. Dies sei zugunsten der NSA geschehen, die dann mit einer eigens dafür geschaffenen Malware die iPhones zahlreicher russischer Staatsbediensteter ausspionieren konnte.

"Es wurde festgestellt, dass mehrere tausend Apple-Mobiltelefone infiziert waren. Neben russischen Geräten wurden auch ausländische Nummern und SIM-Karten infiziert, die bei diplomatischen Vertretungen und Botschaften in Russland registriert sind", hieß es in einer Stellungnahme des FSB. "Die von den russischen Geheimdiensten erlangten Informationen belegen die enge Zusammenarbeit des amerikanischen Unternehmens Apple mit den nationalen Geheimdiensten, insbesondere mit der NSA, und bestätigen, dass die erklärte Politik des Schutzes der persönlichen Daten der Nutzer von Apple-Geräten nicht stimmt."

Belege dafür legt der FSB natürlich nicht vor. Apple wies die Anschuldigungen umgehend zurück. In einer Erklärung hieß es, dass Apple "niemals mit einer Regierung zusammengearbeitet hat, um eine Hintertür in ein Apple-Produkt einzubauen, und dies auch niemals tun wird". Dies ist insofern auch glaubwürdig, als der Konzern auch schon in der Vergangenheit mehrfach umgehend Sicherheitslücken gestopft hatte, die von westlichen Staatstrojanern genutzt wurden und auch Barrieren entwickelte, um diesen die Arbeit noch weiter zu erschweren.

Zusammenfassung
  • Kaspersky entdeckt Schwachstelle in iOS, die von Malware ausgenutzt wird.
  • FSB wirft Apple vor, Backdoor bewusst eingebaut zu haben.
  • Kaspersky informiert Apple, Schwachstelle geschlossen.
  • FSB behauptet, Zusammenarbeit mit NSA, um Russland auszuspionieren.
  • Apple widerspricht und verweist auf eigene Sicherheitsmaßnahmen.
  • Staatstrojaner nutzen solche Schwachstellen, um Ziele auszuspionieren.

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