Binance-Manager behauptet, dass mit seinem Deepfake betrogen wird

Netz-Betrug ist heute alltäglich, eine beliebte, aber auch aufwendige Masche arbeitet mit sogenanntem Social Engineering. Hier werden Daten von Nutzern gesammelt, um deren Identität zu stehlen. Etwas Ähnliches behauptet auch ein Binance-Manager - allerdings per Deepfake.
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Social Engineering ist, wie anfangs erwähnt, sehr aufwendig, weil man hier viele Daten über einen Nutzer sammeln muss, damit man sich halbwegs glaubwürdig als dieser ausgeben kann. Doch ein Deepfake stellt eine völlig neue Ebene dar - oder besser gesagt "würde". Denn Patrick Hillmann, Chief Communications Officer von Binance, behauptet, dass Scammer ein virtuelles Abbild von ihm erstellt haben, um seine Kontakte dazu zu bringen, sich virtuell mit ihm zu treffen.

Das Problem: Echte Beweise für die in einem Blogbeitrag aufgestellten Behauptungen liefert Hillmann nicht. Sein einziger Beleg ist ein Screenshot eines Chats, in dem eine (anonymisierte) Person den Binance-Manager darauf anspricht, dass die beiden vor Kurzem ein Zoom-Meeting gehabt hätten.


Das dementierte Hillmann allerdings gegenüber dem Kontakt und es wird behauptet, dass es sich um ein "Hologramm" bzw. KI-Deepfake gehandelt habe. Ein "hoch entwickeltes Hacking-Team" habe frühere Nachrichteninterviews und Fernsehauftritte der vergangenen Jahre genutzt, um ein virtuelles Abbild von ihm zu erstellen, so der Kommunikationschef von Binance.

"Abgesehen davon, dass die 15 Pfund, die ich während Corona zugenommen habe, nicht spürbar waren, war diese tiefe Fälschung raffiniert genug, um mehrere hochintelligente Mitglieder der Krypto-Community zu täuschen", schreibt Hillmann.

War es wirklich ein Deepfake?

Es gibt allerdings einige Zweifel daran, dass sich das tatsächlich so zugetragen hat. Denn mit Ausnahme des bereits erwähnten Screenshots präsentiert Hillmann kein Material, das diese These untermauern würde. Das gilt für das Thema Deepfakes insgesamt: Denn zwar werden Deepfakes immer wieder ins Spiel gebracht, einen Beweis dafür, dass sie funktionieren bzw. sich Menschen tatsächlich auf diese Weise täuschen lassen, gibt es bislang nicht.

Ein Beispiel ist der Fall zweier russischer Comedians, die vor Kurzem mehrere europäische Bürgermeister*innen getäuscht haben. Auch hier wurde zunächst laut "Deepfake!" gerufen, schnell stellte sich aber heraus, dass dabei nur ein Interview geschickt geschnitten wurde.

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