Pixel 7 Pro auf Reisen: Ein Test unter schwierigsten Bedingungen

Fingerabdrucksensor ist deutlich schneller

Eine klare Verbesserung befindet sich im Display: Bei den Pixel-7-Modellen steckt der Fingerabdrucksensor erneut unter dem Bildschirm und hier hat Google auch einen der größten Kritikpunkte des Vorgängers ausgemerzt: Denn bei den neuesten Modellen reagiert der Sensor wesentlich schneller und direkter (die Latenz wurde nach offiziellen Angaben um etwa 30 Prozent verbessert) - das war beim Pixel 6 (Pro) doch deutlich anders. Noch besser: Beim Pixel 7 (Pro) ist nun auch Face Unlock integriert, man kann das Gerät also endlich auch per Gesichts-Biometrie entsperren.

Pixel 7 und Pixel 7 Pro: Das Design der neuen Google-Smartphones

Bevor wir zur vielleicht wichtigsten Funktion eines Smartphones auf Reisen kommen - dem Fotografieren - ein Einschub zur Hardware. Denn das Design ist das, was dem Nutzer wohl sofort auffällt, wenn er das Pixel 7 Pro zum ersten Mal in die Hand nimmt: Die Optik ist nicht wesentlich anders als bei den Vorgängern und auch das so typische Design der Kameraeinheit ist mit Ausnahme der Metall-Optik nahezu unverändert. Doch das ist nicht das eigentlich Bemerkenswerte, und zwar im negativen Sinne.

Erstaunlich ist nämlich, dass die Google-Designer es geschafft haben, ein bereits rutschiges Handy zu einem Stück Seife zu verwandeln. Das Pixel 7 und Pixel 7 Pro sind dermaßen glatt, dass man sie regelrecht panisch in beiden Händen halten muss. Deshalb sollten alle, die sich ein solches Smartphone holen, zwingend(!) eine Hülle mitbestellen. Denn was sich in der Theorie angenehm anfühlt, ist in der Praxis nahezu unbenutzbar.

Kamera: Bewährtes, verbessert

Die Kameras bzw. Linsen des Pixel 7 sowie Pixel 7 Pro sind grundsätzlich nicht fundamental anders als bei den beiden Vorgängern. Zur Hauptkamera kommt eine Ultraweitwinkel-Einheit, wer sich das Pro besorgt, der erhält zusätzlich noch eine Telekamera. Der Hauptsensor hat sich nicht geändert (50 Megapixel, f/1.85), auch der Ultrawide-Sensor ist mit 12 MP gleich, kann aber nun auch im Makrobereich eingesetzt werden - was gute, aber nicht immer optimale Aufnahmen von Blumen und ähnlichem ermöglicht.

Die einzige wirklich Änderung betrifft die Zoom-Optik beim Pixel 7 Pro. Denn diese unterstützt nun einen fünffachen optischen Zoom, beim Pixel 6 Pro war es "nur" ein Wert von vier. Der Zoom ist nicht nur optisch eine Verbesserung, auch die digitale Vergrößerung wurde von Google spürbar optimiert. Optischer und softwarebasierter Zoom zusammen schaffen eine Vergrößerung von bis zu 30-facher Vergrößerung und diese liefert bei guten Lichtverhältnissen auch hervorragende Ergebnisse.

Google Pixel 7 ProGoogle Pixel 7 ProGoogle Pixel 7 ProGoogle Pixel 7 Pro
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Bei höheren Zoomstufen sowie dem Maximum hat man allerdings mit einem ziemlich nervigen Problem zu kämpfen. Die Kamera-Software zentriert sich nämlich auf sich bewegende Objekte. Das mag zwar praktisch sein, wenn man ebendiese fotografieren will, ist aber hinderlich, wenn man nicht sie, sondern die Umgebung einfangen will. Denn dann zuckt und zickt die Optik im Sucher, da das Software-Rechteck immer wieder zu erwähnten Objekten zurückspringt.

Besonders beeindruckende Bilder liefert indes wieder die Kamera bei Nacht. Dabei ist es bei den Testfotos gar nicht so einfach gewesen (schon gar nicht in einer so gut beleuchteten Stadt wie New York), Szenen für die Langzeit-Belichtung zu finden. Der Sensor des Pixel 7 Pro ist jedenfalls so empfindlich, dass man sich den Nachtmodus in vielen Fällen getrost sparen kann. Wenn man ihn dann braucht, merkt man aber schnell: Die Ergebnisse sind genauso gut und sogar besser als beim Pixel 6 Pro, man bekommt sie nun auch spürbar schneller.

Neue Effekte

Die Kamera beherrscht bei Videos einen neuen Trick namens Cinematic Blur. Diesen kennen iPhone-Nutzer bereits und das ist im Prinzip ein Porträt-Modus für Videos. Das bedeutet, dass man in einem Video eine sich bewegende Person oder einen Gegenstand scharf stellen und den Hintergrund verschwommen darstellen kann. Das funktioniert zwar nicht immer perfekt, liefert aber vor allem bei guter Beleuchtung und "passender" Motiv- und Hintergrund-Wahl überraschend gute Ergebnisse.
Google Pixel 7 ProMagischer Radierer: Rocky mit ... Google Pixel 7 Pro... und Rocky ohne Fans
Softwareseitig gibt es weitere bzw. neue Tricks, die die Pixel 7-Serie beherrscht. Den magischen Radierer sowie Action-Fotos kennen wir bereits aus dem Vorjahr, diese Features sind natürlich weiterhin an Bord. Neu ist aber ein Modus namens Photo Unblur. Hier kann per Algorithmus auch dank des neuen G2-Chips (der für alle Tricks des Pixel 7 verantwortlich ist bzw. laut Google in diese Richtung optimiert wurde) ein Foto nachträglich geschärft werden. Ist beispielsweise ein Gesicht aus dem Fokus geraten, dann kann man das später mit KI-Hilfe korrigieren - das funktioniert (oft, aber nicht immer) erstaunlich gut, und zwar bei allen Fotos - nicht nur den mit dem Pixel 7 Pro aufgenommenen.

Alles in allem liefern die Pixel 7-Modelle erstklassige Fotos. Im direkten Vergleich zu anderen Oberklasse-Smartphones gibt es allenfalls im Detail Unterschiede. Anders gesagt: Es ist Geschmackssache und Bauchgefühl, warum jemand die eine oder andere Kamera bevorzugt - qualitativ nehmen sich die einzelnen Geräte kaum etwas.


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