Bild TV steht vor dem Aus:
Zu hohe Kosten und zu wenige Zuschauer
Die Bild-Zeitung hat vor gut einem Jahr einen TV-Sender gestartet, das Boulevardblatt wollte damit ein neues und auch wichtiges Standbein schaffen. Doch offenbar ist der Erfolg nicht so groß, wie die Bild-Schlagzeilen normalerweise sind, denn das Projekt soll vor dem Aus stehen.
Die zum Axel-Springer-Verlag gehörende auflagenstärkste Zeitung Deutschlands hat Bild TV im August 2021 gestartet, es war ein Herzensprojekt des damaligen Chefredakteurs Julian Reichelt. Dieser musste seinen Posten vor einem Jahr räumen, und zwar nachdem es zahlreiche Vorwürfe gegen ihn gegeben hatte, wonach er Privates und Berufliches nicht getrennt habe - konkret ging es um Beziehungen zu gleich mehreren Bild-Mitarbeiterinnen.
Auch sein Lieblingsprojekt Bild TV ist nun offenbar in Not. Wie Der Spiegel berichtet, soll das seinerzeit mit großem Aufwand gestartete Fernseh-Angebot "stark beschnitten" werden. Die Verantwortlichen wollen vor allem "Bild Live", also das Herzstück des Senders, absetzen.
Hintergrund für die Kürzungen bei Bild TV sind Sparmaßnahmen bei Axel Springer SE. Der Verlag hat hierfür Wirtschaftsprüfer der Boston Consulting Group (BCG) beauftragt, sie sollen Einsparmöglichkeiten im Medienkonzern finden. Es ist auch denkbar, dass das Fernsehabenteuer ganz aufgegeben und Bild TV eingestellt wird.
Bisher war bei Bild TV klotzen statt kleckern angesagt, Reichelt sagte vor dem Start etwa: "Die Marke Bild denkt nicht klein" und teilte mit, dass Bild "selbstbewusst genug" sei, "zu glauben, dass es genug Menschen gibt, die lieber das schauen, was Bild zeigt, als etwas anderes".
Siehe auch:
Auch sein Lieblingsprojekt Bild TV ist nun offenbar in Not. Wie Der Spiegel berichtet, soll das seinerzeit mit großem Aufwand gestartete Fernseh-Angebot "stark beschnitten" werden. Die Verantwortlichen wollen vor allem "Bild Live", also das Herzstück des Senders, absetzen.
Zu teuer, zu wenig Seher
Grund dafür sind die hohen Kosten der Show (bei gleichzeitig niedrigen Einschaltquoten), denn Bild Live benötigt Außenreporter, Kamerateams und insgesamt mehr Aufwand. Im Vergleich dazu sind Studio-Talkshows wie "Viertel nach Acht" und "Die richtigen Fragen" verhältnismäßig günstig zu produzieren. Eine Reduzierung des selbstproduzierten Angebots kommt aber offenbar fix, Live-Sendungen wird es künftig lediglich bei größeren "Breaking News"-Ereignissen geben - den Großteil der Programmfläche wird man wohl mit zugekauften und vorproduzierten Inhalten, darunter Dokus, füllen.Hintergrund für die Kürzungen bei Bild TV sind Sparmaßnahmen bei Axel Springer SE. Der Verlag hat hierfür Wirtschaftsprüfer der Boston Consulting Group (BCG) beauftragt, sie sollen Einsparmöglichkeiten im Medienkonzern finden. Es ist auch denkbar, dass das Fernsehabenteuer ganz aufgegeben und Bild TV eingestellt wird.
Bisher war bei Bild TV klotzen statt kleckern angesagt, Reichelt sagte vor dem Start etwa: "Die Marke Bild denkt nicht klein" und teilte mit, dass Bild "selbstbewusst genug" sei, "zu glauben, dass es genug Menschen gibt, die lieber das schauen, was Bild zeigt, als etwas anderes".
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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