Schlag im Darknet: Deep Web-Administrator in Deutschland verhaftet

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einen Studenten verhaftet, der im Verdacht steht, einen der größten Darknet-Märkte Deutschlands zu betreiben. Es geht dabei um "Deutschland im Deep Web", kurz DiDW. Die Domain wurde beschlagnahmt und das Netzwerk lahmgelegt.
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Das geht aus einer Pressemeldung hervor, die vom Bundeskriminalamt und der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) gemeinsam herausgegeben wurde.

"Deutschland im Deep Web" ging dabei bereits Anfang des Jahres offline. Jetzt ist der mutmaßliche Betreiber der illegalen Plattform, ein 22-jähriger Student aus Bayern, festgenommen worden. Der Verdächtige wird beschuldigt, die Plattform seit November 2018 administriert zu haben. Infografik: Anteile der Inhalte im Tor-DarknetAnteile der Inhalte im Tor-Darknet

Marktplatz wurde schon mehrfach ins Visier genommen

Daher muss er sich jetzt wegen des Betreibens einer illegalen Handelsplattform verantworten. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren vor. Das Netzwerk wurde dabei schon mehrfach zerschlagen und immer wieder von anderen Hinterleuten neu aufgebaut.

Die ursprüngliche DiDW-Plattform wurde 2013 gestartet. Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2017 erreichte sie geschätzte 23.000 registrierte Nutzer und rund 6 Millionen monatliche Zugriffe und wurde für den Verkauf illegaler Gegenstände wie Waffen und Drogen genutzt.

Bekannte Wurzeln

Laut BKA wurde das Netzwerk 2016 von dem Täter des Amoklaufs in München genutzt, um sich die Tatwaffe und Munition zu beschaffen. "In der Folge wurde die Webseite im Jahr 2017 durch das BKA im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main abgeschaltet. Der damalige Betreiber wurde verhaftet und im Jahr 2018 zu sieben Jahren Haft verurteilt", heißt es in der Bekanntmachung der neuen Festnahme. Im Jahr 2018 tauchten neue Versionen der Plattform im Dark Web auf.

Diese zweite Version von DiDW wurde 2019 plötzlich abgeschaltet, und nur zehn Tage später erschien eine dritte Version der Website als "offizieller Nachfolger". Nach fünf Jahren Ermittlungen gelang es der Bundespolizei schließlich, den mutmaßlichen Administrator der dritten Version von DiDW zu identifizieren und ihn am 25. Oktober 2022 zu verhaften.

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