Schade: Lebensfreundliche Planeten sind viel seltener als gedacht

Angesichts der Erkenntnis, dass die Existenz von Planeten bei den zahlreichen Sternen den Normalfall darstellt, gab es große Hoffnungen, dass entsprechend viele auch gute Bedingungen für die Entstehung von Leben bieten könnten - doch dem scheint nicht so zu sein.
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Insbesondere bei den Klasse-M-Sternen, die sogar der mit Abstand häufigste Typ in der Milchstraße sind, bieten hierfür zumindest aus der Theorie heraus glänzende Voraussetzungen. Bei ihnen rechnete man am ehesten damit, Planeten in passenden Umlaufbahnen zu finden, die auch über eine Atmosphäre verfügen und reich an Kohlenstoff sind - einer entscheidenden Voraussetzung für die organische Chemie.

Aktuelle Untersuchungen bedeuten für solche Überlegungen aber einen deutlichen Rückschlag. Astronomen der University of California, Riverside, kommen nämlich zu dem Schluss, dass es recht unwahrscheinlich ist, dass Planeten in der habitablen Zone der M-Sterne über eine Atmosphäre verfügen. "Der Druck, den die Strahlung des Sterns ausübt, ist immens und reicht aus, um die Atmosphäre eines Planeten wegzublasen", erklärte Planetenforscherin Michelle Hill.


Aktive Zwerge

Die kleinen M-Sterne sind durchaus dafür bekannt, dass sie sehr aktiv sind und heftige Sonneneruptionen mit entsprechend starker Strahlung ausstoßen. Die Bedingungen, unter denen ein Planet dicht genug an seinem Stern ist, um lebensfreundliche Temperaturen aufzuweisen und gleichzeitig nicht die Atmosphäre durch den Strahlungsdruck des Sterns zu verlieren, werden so zu einer sehr seltenen Sache.

Ein ähnliches Phänomen tritt in unserem Sonnensystem durchaus auch auf: Auch die Erdatmosphäre verschlechtert sich aufgrund von Ausbrüchen der Sonne. Der Unterschied besteht darin, dass es auf der Erde genügend vulkanische und andere, Gas erzeugende Aktivitäten gibt, um den Verlust der Atmosphäre zu ersetzen, sodass er letztlich kaum wahrnehmbar ist, so die Forscher.

Der in der Studie untersuchte M-Zwergplanet GJ 1252b hingegen "könnte 700 Mal mehr Kohlenstoff haben als die Erde, und er hätte immer noch keine Atmosphäre. Sie würde sich zunächst aufbauen, dann aber abnehmen und erodieren", so Stephen Kane, Mitautor der Studie und Astrophysiker an der UC Riverside. Die so gewonnenen Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass es noch sehr viel unwahrscheinlicher sein dürfte, Leben außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken, als bisher vermutet.

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