Deutsche sind Europameister beim Zurückschicken von Einkäufen
Die deutschen Verbraucher bestellen nicht nur massenhaft Waren bei den Online-Händlern, sondern schicken auch gigantische Mengen wieder zu diesen zurück. In Europa sind die Deutschen hier Spitzenreiter - was auch an den Rahmenbedingungen liegt.
Eine umfassende Untersuchung des Marktes bei 411 Händlern mit einem Umsatz von 60 Milliarden Euro durch die Universität Bamberg kam zu dem Ergebnis, dass hierzulande etwa ein Viertel aller bei Online-Händlern getätigten Einkäufe wieder zurückgeschickt werden. In absoluten Zahlen sind das 530 Millionen Retourensendungen, in denen der Kauf von 1,3 Milliarden einzelner Produkte rückabgewickelt wird.
Dass die Deutschen bei den Rücksendungen in Europa führend sind, hat nach Angaben der Forscher mehrere Gründe:
Unterschätzt werde bisher hingegen die Umweltwirkung der zahlreichen Rücksendungen. Die befragten Unternehmen bezifferten den Fußabdruck mit circa 1.500 Gramm CO₂-Äquivalente pro retourniertem Artikel. In diesem Szenario wären durch Retouren im Jahr 2021 in Deutschland geschätzt 795.000 Tonnen CO₂-Äquivalente entstanden. Diese Menge entspricht 5,3 Milliarden Kilometern, die man mit dem PKW zurücklegt.
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Dass die Deutschen bei den Rücksendungen in Europa führend sind, hat nach Angaben der Forscher mehrere Gründe:
- Viele Deutsche bestellen Waren per Rechnung (28,8 Prozent), was zu höheren Retourenquoten führt (Rechnungsanteil in der restlichen EU: 9,9 Prozent).
- Deutsche Onlinehändler gewähren sehr liberale Rücksenderegeln. Die Rückgabefrist beträgt in der Stichprobe im Schnitt 51,7 Tage (Frist in der restlichen EU: 28,1 Tage).
- In Deutschland ist die Rücksendung in der Regel kostenlos, wie 88,7 Prozent der befragten Onlinehändler bestätigten (Kostenlose Rücksendungen in der restlichen EU: 52,4 Prozent).
Kosten geringer als gedacht
Die Forscher wiesen anhand ihrer Daten darauf hin, dass die Kosten und die Menge der entsorgten Retouren in bisherigen Studien überschätzt wurden. Die Kosten für den Händler wurden hier oft auf 10 bis 15 Euro taxiert, allerdings kam man bei der jetzigen Erhebung nur auf Transport- und Bearbeitungskosten von 2,85 Euro. Und es wurden auch nur 1,3 Prozent der zurückgeschickten Artikel direkt in den Müll geworfen, 93,2 Prozent wurden sogar als neuwertig erneut verkauft. Aber: "Der geringe relative Anteil darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in absoluten Zahlen 2021 trotzdem mehrere Millionen retournierte Artikel entsorgt wurden", sagte Björn Asdecker von der Uni Bamberg.Unterschätzt werde bisher hingegen die Umweltwirkung der zahlreichen Rücksendungen. Die befragten Unternehmen bezifferten den Fußabdruck mit circa 1.500 Gramm CO₂-Äquivalente pro retourniertem Artikel. In diesem Szenario wären durch Retouren im Jahr 2021 in Deutschland geschätzt 795.000 Tonnen CO₂-Äquivalente entstanden. Diese Menge entspricht 5,3 Milliarden Kilometern, die man mit dem PKW zurücklegt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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