Klitschko-Fake: Russische Komiker werden von Gazprom bezahlt

Ende Juni sorgte eine Meldung für Aufregung, wonach gleich mehrere Bürgermeister europäischer Städte auf ein gefaktes Gespräch mit dem angeblichen Vitali Klitschko hereingefallen sind. Mittlerweile gibt es neue Details dazu. Der Spott war groß, als bekannt wurde, dass mehrere hochranginge Politiker, darunter Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sowie ihr Wiener Amtskollege Michael Ludwig auf einen "falschen" Vitali Klitschko hereingefallen sind. Dazu kam auch noch die für viele dystopische erste Vermutung, dass die dafür Verantwortlichen mit einem Deepfake gearbeitet haben.

Inzwischen ist aber wahrscheinlich, dass das nur ein cleverer Zusammenschnitt von Archivmaterial und gesteuerter Gesprächsführung war. Zudem ist nun auch bekannt, wer dafür verantwortlich war, nämlich das russische Comedy-Duo Wladimir Kusnezow und Alexej Stoljarow, die unter den Namen Vovan und Lexus bekannt sind.

Das ARD-Magazin Kontraste hat nun neue Informationen zu den beiden in Erfahrung bringen können und diese bestätigen die Vermutung, dass Vovan und Lexus letztlich im Auftrag des russischen Staates tätig sind. Bisher haben die beiden Komiker das verneint, doch Kontraste konnte eine entsprechende Verbindung nachweisen. Kusnezow und Stoljarow haben das mittlerweile auch bestätigt.

Rutube und Gazprom

Konkret geht es um die Videoplattform Rutube. Stoljarow: "Wir arbeiten für Rutube und sind Rutube-Botschafter. Also bekommen wir unser Geld von dort." Damit ist aber auch die staatliche Finanzierung bestätigt. Denn Rutube gehört Gazprom Media, das ist wiederum ein Tochterunternehmen des staatlichen Gazprom-Konzerns.

Zweifel an der Pro-Putin-Agenda von Vovan und Lexus gab es aber ohnehin kaum: Denn die beiden stellten als falscher Klitschko ihren Gesprächspartnern Fragen wie "Hat Europa Geld für Geflüchtete?" und "Welche Gefahren können auf ukrainische Frauen im EU-Gebiet lauern?" Es war also schnell klar, dass es in erster Linie darum geht, die Position Europas zu diskreditieren.

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