"Tsunami von Fehlinformationen":
KI-Experte fürchtet nächste US-Wahl
Im nächsten Herbst stehen in den USA wieder Präsidentschaftswahlen an und man kann schon jetzt prophezeien, dass der Wahlkampf hässlich sein wird - so polarisiert sind die Vereinigten Staaten mittlerweile. Auch KI-Experten befürchten eine massive Zunahme an Fakes.
Drei Jahre nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol können Bilder schnell und einfach gefälscht werden, um Verschwörungsmythen zu kreieren oder zu stützen. Nun warnen Experten, dass sich das im Zuge der nächsten US-Wahl extrem verschlimmern wird.
Wie Fortune berichtet, schlagen Experten bereits Alarm: "Ich erwarte einen Tsunami von Fehlinformationen", sagt etwa der KI-Forscher Oren Etzioni von der University of Washington. "Ich kann das nicht beweisen. Ich hoffe vielmehr, dass ich eines Besseren belehrt werde. Aber die Zutaten sind da, und ich bin völlig entsetzt."
Deepfakes sind nichts Neues, schon zuvor gab es Versuche, die Realität mit Computerhilfe zu manipulieren. Sie sind aber nun viel einfacher zu erstellen und erste haben den Weg in Wahlwerbespots gefunden. Laut Etzioni dürfte das nur der Anfang sein: "Man könnte sehen, wie ein politischer Kandidat wie Präsident Biden in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Man könnte einen Kandidaten sehen, der Dinge sagt, die er oder sie nie gesagt hat. Man könnte einen Ansturm auf die Banken sehen. Selbst Bombenanschläge und Gewalt könnten generiert werden, die nie stattgefunden haben."
Republikaner und Demokraten sowie die US-Bundeswahlkommission diskutieren zwar, ob und wie sie diese Technologie regulieren können, Handfestes ist dabei bisher aber bislang nicht herausgekommen. Einige Bundesstaaten haben zwar bereits selbst entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht, dazu kommt, dass Unternehmen wie Alphabet/Google und Meta/Facebook von sich aus KI-Inhalte markieren - wie wirkungsvoll diese Maßnahmen sind, wird sich aber erst zeigen.
Siehe auch:
- US-Präsidentschaftswahlen im Herbst droht polarisierter Wahlkampf
- KI-Experten warnen vor Zunahme von Fakes und Fehlinformationen
- KI-Technologie ermöglicht einfache Erstellung von Bild- und Videofakes
- KI-Forscher Etzioni prophezeit "Tsunami von Fehlinformationen"
- Deepfakes könnten Realität manipulieren und in Wahlwerbung auftauchen
- Diskussionen über Regulierung von KI-Technologie, aber wenig Fortschritt
KI-Fakes werden immer einfacher und beliebter
Schon jetzt ist es immer wieder schwierig, zu entscheiden, was echt und was eine Fälschung ist. Das liegt einerseits daran, dass Bild- und Videogenerierung per künstlichen Intelligenzen immer besser wird, andererseits daran, dass diese Technologie mittlerweile praktisch jedem zur Verfügung steht. Jeder, der will, kann heutzutage mit nur wenigen Stichwörtern bzw. Klicks Inhalte generieren und diese im Netz verbreiten.Drei Jahre nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol können Bilder schnell und einfach gefälscht werden, um Verschwörungsmythen zu kreieren oder zu stützen. Nun warnen Experten, dass sich das im Zuge der nächsten US-Wahl extrem verschlimmern wird.
Wie Fortune berichtet, schlagen Experten bereits Alarm: "Ich erwarte einen Tsunami von Fehlinformationen", sagt etwa der KI-Forscher Oren Etzioni von der University of Washington. "Ich kann das nicht beweisen. Ich hoffe vielmehr, dass ich eines Besseren belehrt werde. Aber die Zutaten sind da, und ich bin völlig entsetzt."
Deepfakes sind nichts Neues, schon zuvor gab es Versuche, die Realität mit Computerhilfe zu manipulieren. Sie sind aber nun viel einfacher zu erstellen und erste haben den Weg in Wahlwerbespots gefunden. Laut Etzioni dürfte das nur der Anfang sein: "Man könnte sehen, wie ein politischer Kandidat wie Präsident Biden in ein Krankenhaus eingeliefert wird. Man könnte einen Kandidaten sehen, der Dinge sagt, die er oder sie nie gesagt hat. Man könnte einen Ansturm auf die Banken sehen. Selbst Bombenanschläge und Gewalt könnten generiert werden, die nie stattgefunden haben."
Republikaner und Demokraten sowie die US-Bundeswahlkommission diskutieren zwar, ob und wie sie diese Technologie regulieren können, Handfestes ist dabei bisher aber bislang nicht herausgekommen. Einige Bundesstaaten haben zwar bereits selbst entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht, dazu kommt, dass Unternehmen wie Alphabet/Google und Meta/Facebook von sich aus KI-Inhalte markieren - wie wirkungsvoll diese Maßnahmen sind, wird sich aber erst zeigen.
Siehe auch:
- Microsoft-Tool für KI-Avatare: Gefahr von Missbrauch für Deepfakes?
- Betrug mit KI und Deepfake: So banal sind die kriminellen Maschen
- Türkei: Präsidenten-Kandidat schmeißt nach Deepfake-Sexvideo hin
- Binance-Manager behauptet, dass mit seinem Deepfake betrogen wird
- Deepfakes & Fake-Accounts: EU plant Strafen gegen Facebook & Co.
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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