Gas-Krise: IT-Branche bietet Datenzentren als Fernwärme-Quellen an

Angesichts der Energiekrise bringt sich die IT-Branche als Lieferant von Heizwärme ins Gespräch. So könnten Fernwärme-Infrastrukturen bei der befürchteten Gas-Knappheit auch mit Abwärme aus Datenzentren versorgt werden, die bisher oft noch ungenutzt verpufft.
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Durch die direkte Anbindung von Rechenzentren an öffentliche und private Fernwärmenetze könnte nicht nur ein Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung geleistet, sondern auch die Energiebilanz der stark wachsenden Rechenzentrums-Branche deutlich verbessert werden, teilte der Branchenverband Bitkom mit.

Man verwies darauf, dass die Abwärme, die mit Kühlanlagen aus den Server-Räumen gezogen wird, in einigen Fällen zwar verwertet, in der Praxis aber doch meistens an die Umwelt abgegeben wird. "Die Abwärme der Rechenzentren kann für die Fernwärmeversorgung von kommunalen Einrichtungen wie Schwimmbädern, für Privatwohnungen und auch Gewerbegebäude eingesetzt werden", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Dieses Potenzial sollten wir nicht weiter brachliegen lassen."


Gute Lage

Nach Berechnungen von Bitkom könnte die Abwärme ausreichen, um beispielsweise rund 350.000 Wohnungen zu versorgen. Das entspräche fast dem Bestand, der in Bremen zu finden ist. Letztlich könnten die Datenzentren somit sicher keine kompletten Orte versorgen, aber doch einen wichtigen Beitrag leisten oder zumindest Stadtteile in der näheren Umgebung direkt bedienen.

Für die Nutzung von Abwärme kommen laut einer Untersuchung im Auftrag der Bitkom vor allem mittlere und größere Rechenzentren ab einer jährlichen IT-Anschlussleistung von mehr als 5 Megawatt in Betracht. Der Vorteil: Diese befinden sich in Deutschland vor allem in den Regionen Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg und München. Die immer wieder in die Diskussion gebrachten Kernkraftwerke stehen hingegen meist weit von größeren Ansiedlungen entfernt und können somit keinen direkten Beitrag zur Wärmeversorgung leisten, sondern bleiben auf die Stromerzeugung beschränkt. Die Datenzentren mit hinreichender Größe kommen zusammen auf eine Anschlussleistung von 965 Megawatt - Tendenz steigend.

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