Seltene Erden: Bundesregierung will von China unabhängiger werden

Angesichts der Probleme, die die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland derzeit bereitet, rücken auch andere Bereiche in den Fokus. So will Deutschland auch die Versorgung mit Metallen der Seltene Erden-Gruppe auf ein breiteres Fundament stellen. Aktuell ist der mit Abstand größte Lieferant dieser Rohstoffe China. Das soll sich zukünftig ändern. Es gibt eine Rohstoffstrategie, in der das adressiert wird. Auch bei der EU-Kommission ist das längst ein Thema. Aber "die Diversifizierung von Lieferquellen ist in der jetzigen Situation und unter dem Eindruck der Energiepolitik noch mal in den besonderen Fokus gerückt", teilte das Bundeswirtschaftsministerium gegenüber der Redaktion der Tagesschau mit.

Die Politik kann dabei den Unternehmen, die mit den Ressourcen arbeiten, nicht vorschreiben, wo diese ihre Rohstoffe einzukaufen haben. Wenn chinesische Anbieter also auf dem Weltmarkt am billigsten sind, werden sie erst einmal weiter die Aufträge erhalten. Daher geht es darum, indirekte Wege zu finden, mit denen Schritt für Schritt die Abhängigkeit reduziert wird.


An erster Stelle stehen dabei natürlich Zoll-Bestimmungen, aber die Bundesregierung kann auch Investitionsgarantien gewähren. Das bedeutet, dass das Risiko zum Aufbau einer Seltene-Erden-Gewinnung reduziert wird, indem bei zu geringer Abnahme durch die deutsche Wirtschaft Bürgschaften greifen.

Erpressbarkeit vermeiden

Angesichts dessen, dass sich auch das chinesische Regime im Zweifelsfall als ebenso unzuverlässiger Handelspartner wie Russland erweisen kann, sind die möglichen Folgen solcher Garantien verschmerzbar. Denn wenn die Lieferungen zu einem signifikanten Teil wegfallen, sind weite Teile der High Tech-Industrie im Land akut bedroht. Die Metalle der Seltene-Erden-Gruppe werden unter anderem in Magneten für Elektromotoren und Turbinen sowie in fast allen Elektronik-Bauteilen benötigt.

Daher hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kürzlich angemahnt: "Wir müssen dafür sorgen, dass wir von keinem Land der Welt erpresst werden können. Deshalb müssen wir jetzt neue Partner finden und unsere politischen und wirtschaftlichen Beziehungen neu justieren."

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