Nach Offshoring jetzt Reshoring:
Produktion kommt aus Asien zurück

In der Wirtschaft ist die Erkenntnis, dass eine immer weitergehende Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Asien nicht besonders hilfreich ist, in den letzten Monaten und Jahren spürbar gereift - der Trend geht jetzt in die andere Richtung.
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Über viele Jahre hinweg gab es Meldungen darüber, dass Fertigungskapazitäten in den Industriestaaten Europas oder in den USA geschlossen und die Produkte aus China importiert werden. Für das Tech-Publikum war dies vor allem bei den PC-Herstellern offensichtlich, bei denen vor gut 20 Jahren nahezu alles verlagert wurde. Rechner, die zumindest in Europa oder Nordamerika endmontiert wurden, waren faktisch kaum noch zu finden.

Wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht, dreht sich der Trend inzwischen aber spürbar. Über alle Industriebereiche hinweg verzeichnet man in den USA beispielsweise eine Steigerung beim Bau neuer Produktionsanlagen um 116 Prozent. Bauprojekte insgesamt kommen hingegen lediglich auf ein Wachstum von 10 Prozent. Es werden also vor allem viel mehr Fabriken aus dem Boden gestampft.

Chips und Batterien

In den USA ist man stolz auf die neuen großen Chipfabriken, die Intel baut, und erst recht darauf, dass man auch TSMC als klassischen Ostasien-Produzenten anlocken konnte. In Europa gibt es aber ebenfalls ständig neue Verlautbarungen. Hier sind es vor allem auch die Batteriefabriken und andere Anbieter rund um die Energiewende, die ihre Kapazitäten hochziehen und sich nicht darauf verlassen, dass Asien liefert.

Und dies ist, so wird betont, keineswegs nur auf politische Erkenntnisse zurückzuführen, sondern beruht durchaus ebenso auf wirtschaftlichen Überlegungen wie damals das Offshoring. Immerhin hat Corona gezeigt, dass man sich nicht zu sehr auf globale Logistikketten verlassen sollte. Und die geopolitischen Entwicklungen mit dem Krieg in der Ukraine als vorläufigen Höhepunkt taten ihr Übriges hinzu.

Und die Entwicklung betrifft nicht nur große Konzerne. Auch Mittelständler wittern Morgenluft und beginnen, wieder verstärkt Produktionskapazitäten zuhause aufzubauen. Denn spätestens, wenn das nächste Frachtschiff der großen Konkurrenz auf dem Weg aus Shanghai wieder nicht wie geplant ankommt, ist man auch als kleiner Anbieter mehr als konkurrenzfähig.

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