Uber: Riesen-Leak enthüllt, wie der Dienst trickste und manipulierte
Uber ist in deutschen Städten nicht mehr ungewöhnlich, der Fahrdienstleister ist mittlerweile in vielen Ländern zu finden. Doch diese Expansion hat das Unternehmen mit überaus schmutzigen Tricks und viel aggressiver Lobbyarbeit erreicht, wie ein Riesen-Leak nun zeigt.
Die britische Tageszeitung The Guardian hat mit Unterstützung des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) rund 124.000 Dokumente analysiert. Dieser Datensatz wurde der renommierten Zeitung zugespielt, er enthält E-Mails, iMessage- and WhatsApp-Nachrichten von den höchsten Managern des Unternehmens, dazu kommen Memos, Präsentationen, Notizbücher, Briefing-Papiere und Rechnungen.
Es fallen auch zahlreiche Namen, und zwar von Uber-Managern, aber auch Politikern. Auf der Seite des Unternehmens ist es vor allem Gründer Travis Kalanick, auf den ein besonders schlechtes Licht fällt. Dieser soll etwa auf Proteste französischer Taxifahrer mit dem Satz "Gewalt garantiert Erfolg" reagiert haben.
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Eine ziemlich unrühmliche Rolle spielen auch diverse Politiker, vor allem der französische Präsident Emmanuel Macron. Dieser soll Uber während seiner Zeit als Verkehrsminister geholfen haben, Uber und seine Lobbyisten sollen einen direkten Draht ins Büro von Macron gehabt haben. Auch Olaf Scholz wird in den "Uber Files" erwähnt, beim ehemaligen Hamburger Bürgermeister hat sich das Unternehmen aber eine Abfuhr geholt - woraufhin man Scholz als "echten Komiker" verspottet hat.
Fragen werden sich indes der für die Uber-Lobby-Kampagne in Deutschland hauptverantwortliche FDP-Politiker Otto Fricke gefallen müssen, auch die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes soll bei ihrem Übergang in die Privatwirtschaft unsauber gearbeitet haben.
Uber schreibt, dass es auch genau der Grund gewesen sei, "warum Uber einen neuen CEO, Dara Khosrowshahi, angeheuert hat, der damit beauftragt wurde, jeden Aspekt der Arbeitsweise von Uber zu verändern". Kurzum sagt man, dass das heutige Uber mit dem Unternehmen der Anfangstage nichts mehr gemein hat.
Travis Kalanick ließ über einen Sprecher ausrichten, dass der Gründer und Chef nie direkt illegale Aktivitäten angeordnet oder gesteuert habe, es ist im Wesentlichen eine lange Reihe an Dementi. Infografik: Uber spielt in Deutschland kaum eine Rolle
Siehe auch:
Aggressive Expansion von Uber
Die Daten stammen aus den Jahren 2013 bis 2017, einer Phase, in der Uber aggressiv seine weltweite Expansion vorantrieb. Der Guardian: "Sie enthüllen, wie das Unternehmen das Gesetz brach, Polizei und Aufsichtsbehörden täuschte, Gewalt gegen Fahrer ausnutzte und heimlich Lobbyarbeit bei Regierungen in aller Welt betrieb."Es fallen auch zahlreiche Namen, und zwar von Uber-Managern, aber auch Politikern. Auf der Seite des Unternehmens ist es vor allem Gründer Travis Kalanick, auf den ein besonders schlechtes Licht fällt. Dieser soll etwa auf Proteste französischer Taxifahrer mit dem Satz "Gewalt garantiert Erfolg" reagiert haben.
Auf YouTube ansehenEine ziemlich unrühmliche Rolle spielen auch diverse Politiker, vor allem der französische Präsident Emmanuel Macron. Dieser soll Uber während seiner Zeit als Verkehrsminister geholfen haben, Uber und seine Lobbyisten sollen einen direkten Draht ins Büro von Macron gehabt haben. Auch Olaf Scholz wird in den "Uber Files" erwähnt, beim ehemaligen Hamburger Bürgermeister hat sich das Unternehmen aber eine Abfuhr geholt - woraufhin man Scholz als "echten Komiker" verspottet hat.
Fragen werden sich indes der für die Uber-Lobby-Kampagne in Deutschland hauptverantwortliche FDP-Politiker Otto Fricke gefallen müssen, auch die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes soll bei ihrem Übergang in die Privatwirtschaft unsauber gearbeitet haben.
Uber spricht von Vergangenheit
Uber hat zu den Enthüllungen auf seiner Webseite ein Statement veröffentlicht, in dem man seine dunkle bis schwierige Vergangenheit gar nicht leugnet: "Vor fünf Jahren gipfelten diese Fehler in einer der berüchtigtsten Abrechnungen in der Geschichte der amerikanischen Wirtschaft. Diese Abrechnung führte zu einer enormen öffentlichen Aufmerksamkeit, einer Reihe von hochkarätigen Klagen, mehreren behördlichen Untersuchungen und der Entlassung mehrerer leitender Angestellter."Uber schreibt, dass es auch genau der Grund gewesen sei, "warum Uber einen neuen CEO, Dara Khosrowshahi, angeheuert hat, der damit beauftragt wurde, jeden Aspekt der Arbeitsweise von Uber zu verändern". Kurzum sagt man, dass das heutige Uber mit dem Unternehmen der Anfangstage nichts mehr gemein hat.
Travis Kalanick ließ über einen Sprecher ausrichten, dass der Gründer und Chef nie direkt illegale Aktivitäten angeordnet oder gesteuert habe, es ist im Wesentlichen eine lange Reihe an Dementi. Infografik: Uber spielt in Deutschland kaum eine Rolle
Siehe auch:
- Uber verklagt: Gehbehinderte müssen für längere Einstiegszeiten zahlen
- Fahrten verweigert: Uber muss 1,1 Mio. $ an sehbehinderte Frau zahlen
- Bruchlandung: Uber scheitert am Traum von Roboter- und Flug-Taxis
- Uber soll Interesse am BMW/Daimler-Joint-Venture Free Now haben
- Uber verhindert Verkehrs-Kollaps nicht - das Gegenteil ist der Fall
Thema:
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