Uber verhindert Verkehrs-Kollaps nicht - das Gegenteil ist der Fall

Die Gründer von Fahrtenvermittlungen wie Uber und Lyft bewarben ihre Firmen immer gern damit, dass sie mithelfen, die Städte vor dem Ver­kehrs­kollaps zu bewahren. In der Praxis ist ihr Beitrag aber im besten Fall nicht existent.
Selbstfahrendes Auto, Selbstfahrend, Bosch, RobotCar
Bosch
"Wenn jedes Auto in San Francisco für Uber führe, gäbe es keinen Stau", behauptete Uber-Gründer Travis Kalanick vor fünf Jahren auf einer Tech-Konferenz. Er ging davon aus, dass sein Dienst dafür sorgen wird, dass zahlreiche Menschen ihre Autos stehen lassen und sich von anderen an ihre Zielorte mitnehmen lassen. Laut einem Bericht des Wall Street Journals zeigen inzwischen aber mehrere Untersuchungen, dass das Verkehrsaufkommen durch die Dienste eher noch steigt.

In erster Linie haben die Plattformen darin versagt, ihre ursprüngliche Idee umzusetzen. Eigentlich sollten Personen, die ohnehin von A nach B fuhren, andere Leute, deren Ziel auf der gleichen Strecke lag, mitnehmen. Und dafür sollte es einen finanziellen Ausgleich geben. In der Realität zeigte sich nun aber, dass niemand andere einfach mitnimmt. Stattdessen fahren jene los, die zuvor keine Veranlassung hatten, in ihr Auto zu steigen. Diese fahren nun für die kleinen Unkostenbeiträge den ganzen Tag in den Metropolen herum und bringen zwar auch Fahrgäste ans Ziel, 40 Prozent der Zeit sind die Autos aber, abgesehen vom Fahrer, schlicht leer.

Städte wehren sich

Hinzu kommt, dass Uber & Co. nicht nur die indi­vi­duel­len Fahrten durch gebuchte Fahrten ersetzen. Mit den geringen Preisen ziehen sie auch noch Kunden von den öffent­lichen Verkehrs­mitteln ab. Diese werden nun zu­sätz­lich mit Autos trans­por­tiert, so dass die Gesamt­bilanz sogar ten­den­ziell negativ ausfällt.

Die Kommunen versuchen nun ihrer­seits gegenzusteuern. In Chicago wurde bei­spiels­weise eine eigene Abgabe eingeführt, die auf jede Fahrt, die über eine der vermeintlichen Mitfahr-Apps gebucht wurde, aufgeschlagen wird. Man hofft hier nun, dass der Preis das rasante Wachstum des Sektors stoppt und endlich zumindest ein Teil der Fahrzeuge wieder von den Straßen verschwindet.

Siehe auch: So macht Fahrdienst Uber nach Gerichtsurteil in Deutschland weiter
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