Yandex: "Coolstes russisches Unternehmen" steht vorm Scherbenhaufen

Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat auch die größte Er­folgs­ge­schich­te der russischen IT-Branche zu einem plötz­li­chen Ende gebracht. Der Internet-Konzern Yandex war im Be­griff, den Welt­markt zu er­o­bern - nun steht man dort vor ei­nem Scherben­haufen. Yandex hatte sich in den letzten Jahren von einem kleinen Start-up zu einem Tech-Koloss entwickelt. Dieser beherrschte in Russland schnell den Suchmaschinen-Markt und den Bereich der Mitfahr-Vermittlungen. Darüber hinaus hat Yandex zuletzt aber auch international stark zugelegt, berichtete die New York Times in einer aktuellen Reportage über den Konzern.

Mit einer Yandex-App konnte man aber auch in Städten wie Abidjan (Elfenbeinküste), Oslo (Norwegen) oder Taschkent (Usbekistan) ein Taxi rufen, und das Unternehmen lieferte Lebensmittel in London, Paris und Tel Aviv aus. Fünfzig experimentelle autonome Yandex-Roboter rollten auch über den Campus der Ohio State University in Columbus und brachten Essensbestellungen zu den Studenten. Es gab bereits Pläne, diesen Service auf etwa 250 US-Universitäten auszuweiten.

Yandex wurde oft als "das coolste Unternehmen Russlands" bezeichnet. Der Konzern beschäftigte auf seinem Höhepunkt mehr als 18.000 Mitarbeiter, seine Gründer waren Milliardäre und im vergangenen November war das Unternehmen an der Börse mehr als 31 Milliarden Dollar wert. Dann aber ordnete der russische Diktator Wladimir Putin im Februar den Einmarsch in die gesamte Ukraine an und es folgte für Yandex ein nur schwer zu verkraftender Absturz.


Rasanter Zusammenbruch

Fast über Nacht, als westliche Investoren aus Russland flüchteten und harte Wirtschaftssanktionen verhängt wurden, fiel der Wert des Unternehmens auf weniger als 7 Milliarden Dollar. Die Nasdaq in New York setzte den Handel mit den Aktien des Unternehmens aus. Und weil kaum noch jemand Geschäfte mit dem Konzern machen wollte, musste Yandex diverse Auslandsaktivitäten beenden - darunter die Zustelldienste in London, Paris und Columbus. Tausende von Mitarbeitern, fast ein Sechstel der Gesamtbelegschaft, flohen außerdem aus Russland, was es auch vor Ort schwierig macht, die Arbeit ohne nennenswerte Einschränkungen weiterzuführen. Die Gründer haben sich inzwischen auch aus dem Management zurückgezogen, da sie persönlich mit Sanktionen durch die EU belegt wurden.

Yandex steht allerdings nur beispielhaft für viele andere aufstrebende Unternehmen aus Russland, die aktuell massive Probleme haben und wohl auch zukünftig nicht mehr wie zuvor agieren können werden. Denn auch wenn die akute militärische Auseinandersetzung in der Ukraine auf irgendeine Weise enden sollte und vielleicht sogar Sanktionen gelockert würden, wäre es vor allem auch schwer, ausländische Partner und Investoren zu finden. Denn diese dürften sehr vorsichtig sein, Geld und Ressourcen in ein russisches Unternehmen zu stecken, solange weiterhin befürchtet werden muss, dass das Regime in Moskau jederzeit eine neue Eskalation starten kann.

Siehe auch:
Wirtschaft, Russland, Geld, Krieg, Ukraine, Ukraine-Krieg, Invasion, Ukraine-Konflikt Wirtschaft, Russland, Geld, Krieg, Ukraine, Ukraine-Krieg, Invasion, Ukraine-Konflikt
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