Mobbing und Diskriminierung:
Jetzt gibt es Vorwürfe gegen Paradox

Paradox Interactive genießt unter Spielern einen hervorragenden Ruf, man entwickelt selbst Strategie-Spielereihen wie Crusader Kings, Stellaris und Hearts of Iron, dazu kommen noch Titel, die man für andere veröffentlicht. Doch nun bekommt der Lack einen schweren Kratzer.
Menschen, Leute, Sexismus, Sexuelle Belästigung, Metoo, Hashtag
In den vergangenen Wochen wurde die Spiele-Industrie von einem Riesenskandal bei Activision Blizzard erschüttert. Es kam heraus, dass beim kalifornischen Warcraft-, Diablo- und Overwatch-Entwickler seit Jahren und Jahrzehnten eine toxische Arbeitsatmosphäre "wie in einer US-Studentenverbindung" herrscht. Bereits zuvor waren ähnliche Berichte und Vorwürfe beim französischen Entwickler Ubisoft bekannt geworden.

Nun erreicht dieser Skandal Schweden und zeigt deutlich, dass die Spieleindustrie ein grundsätzliches Problem mit Sexismus und Diskriminierung hat. Denn nun wurde bekannt, dass es auch bei Paradox Interactive ähnliche Verstöße gegeben hat und gibt. Wie die GamesIndustry.biz unter Berufung auf die schwedische Seite Breakit berichtet, hat eine von Gewerkschaftsgruppen durchgeführte Untersuchung eine angebliche Kultur von Mobbing und Geschlechterdiskriminierung bei Paradox Interactive aufgedeckt.

Kultur des Schweigens

Laut den Gewerkschaften Unionen und Sveriges Ingenjörer wurden 133 Mitarbeiter befragt, 44 Prozent gaben an, dass sie Fehlbehandlung erlebt hätten. Von den Befragten waren 26 Prozent weiblich und mehr als zwei Drittel (69 Prozent) sagten, dass ihnen schon einmal missbräuchliche Behandlung widerfahren ist.

Die Befragung deckte überdies auf, das bei Paradox (wie auch bei Blizzard und Co.) eine "Kultur des Schweigens" herrscht, praktisch kein*e Mitarbeiter*in gab an, dass eine Beschwerde korrekt gehandhabt wurde. Der Bericht kommt entsprechend auch zu einem eindeutigen Fazit: "Anstößige Behandlung ist ein systematisches und viel zu häufiges Problem bei Paradox."

Paradox hat sich mittlerweile dazu geäußert und hat eine Untersuchung angekündigt, man sei gerade dabei, "ein externes, neutrales Unternehmen mit einer gründlichen Überprüfung unserer Abläufe und einer umfassenden Mitarbeiterbefragung zu beauftragen".

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