Durchbruch: Elektronisches Papier kann exzellent Farben darstellen

Elektronisches Papier, als E-Paper bekannt, ist eine Displaytechnologie, die aktuell nur in der Nische der Lese-Geräte existiert. Das größte Manko: Eine Darstellung von Farben war kaum möglich. Genau hier wollen jetzt Forscher einen entscheidenden Durchbruch erreicht haben.

Brillante Farben auf einem E-Paper-Display wären ein echter Fortschritt

Farbe bei E-Paper-Displays war bisher immer nur mit Tricks wie Farbfilter erreicht worden. Branchenprimus E Ink hatte im letzten Jahr mit "Advanced Color ePaper" dann eine Lösung vorgestellt, bei der jeder Pixel farbig dargestellt werden kann - mit einer Beschränkung auf sieben Farben bleibt man hier aber weit hinter der Farbdarstellung von traditionellen Displays zurück. Phys berichtet jetzt über ein Forscherteam aus Schweden, das einen echten Durchbruch erreichen konnte. E-Paper der Chalmers University of TechnologySchwedische Forscher: E-Paper kann jetzt richtig Farbe "Damit reflektierende Bildschirme mit den energieintensiven digitalen Bildschirmen, die wir heute verwenden, konkurrieren können, müssen die Bilder und Farben mit der gleichen hohen Qualität wiedergegeben werden. Das wird der eigentliche Durchbruch sein", so Marika Gugole, Doktorandin an der Fakultät für Chemie und Chemieingenieurwesen an der Chalmers University of Technology, zur Zielsetzung ihres Teams.

Die schwedischen Forscher hatten für ihr Projekt zunächst ein poröses und nanostrukturiertes Material entwickelt, das Wolframtrioxid, Gold und Platin enthält und ähnliche Farbdarstellungseigenschaften wie LED-Bildschirme besitzen soll. Diese Eigenschaft basiert auf der Fähigkeit des Materials, zu regulieren, wie Licht absorbiert und reflektiert wird. Im nächsten Schritt wurde der Aufbau so optimiert, dass eine großindustrielle Fertigung möglich wird.

Tablets, Smartphones, Werbung

"Ein großes Industrieunternehmen mit der entsprechenden technischen Kompetenz könnte im Prinzip innerhalb von ein paar Monaten mit der Entwicklung eines Produkts mit der neuen Technologie beginnen", sagt Andreas Dahlin, Professor an der Fakultät in Chalmers. Der Forscher sieht dabei neben Tablets und Smartphones noch ein weiteres großes Einsatzfeld: Außenwerbung. Man darf gespannt sein, ob die Forschungsarbeit sich in naher Zukunft in Produkten wiederfindet.
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