Halbleitermangel: Daimler-Produktion in Sindelfingen gestoppt

Der Automobilkonzern Daimler muss erneut seine Produktion im Stammwerk Sindelfingen stoppen - Auslöser ist wieder der Mangel an Halbleitern. Daimler kämpft wie die gesamte Branche mit den Problemen bei den Zulieferfirmen. Das geht aus einem Bericht der Stuttgarter Zeitung (Paywall) und der Nachrichtenagentur dpa hervor. Der erneute Stopp der Produktion wird nun erst einmal für die kommende Woche gelten und sich dieses Mal nicht nur auf die Produktion der E-Klasse beschränken, meldete die Zeitung. Im Januar hatte Daimler die Produktion ein erstes Mal ausgesetzt. Jetzt steht die gesamte Produktion weitestgehend still, heißt es aus Insiderkreisen.


Kurzarbeit und Warteschleife

"Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen wird, ist derzeit nicht möglich", erklärte die Sprecherin von Daimler. Der Konzern schickt jetzt Mitarbeiter in Kurzarbeit und wartet auf Nachschub. "Die Situation ist weiterhin volatil. Wir fahren auf Sicht."

Zunächst hat man nun die Produktion in Sindelfingen gestoppt. Die Werke in Bremen, Rastatt und Kecskemét in Ungarn sollen aber aktuell noch weiterarbeiten können. Der Mangel an Halbleitern hat einen großen Engpass ausgelöst, durch den nun die Fertigungslinien der meisten elektronischen Bauteile in den Fahrzeugen beeinflusst werden. Die gesamte Autobranche hofft derweil auf eine Entspannung der Situation. Erst vor Kurzem konnten wir berichten, dass die Chip-Zulieferer aus Asien entsprechend handeln wollen.

Weil es vermehrt zu einem Mangel von Chips für Autos kam, soll dieser Markt im Herbst bevorzugt bedient werden. Bis dahin sind aber noch einige Wochen zu überbrücken. Eine "Bevorzugung" ist dabei allerdings relativ - denn zunächst hatte die Halbleiterbranche vielmehr die großen Tech-Konzerne beliefert, um die teils auch durch das Home-Office gestiegene Nachfrage nach neuen Computern zu befriedigen.

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