Fukushima: Süßer Tritium-Mann kommt bei Betroffenen nicht gut an
Auch in Japan kann man nicht jedes Problem mit einem süßen Comic-Charakter lösen. Diese Erfahrung mussten gerade jene Personen machen, die noch immer daran arbeiten, die Reaktor-Katastrophe von Fukushima in den Griff zu bekommen.
Bei der Figur handelte es sich um einen Mann in einem hellblauen Anzug, auf dem eine Mischung aus Fisch und einem Tritium-Isotop zu sehen war. Auch wenn er offiziell keinen Namen hatte, wurde er in den sozialen Medien schnell als Tritium-kun bezeichnet, das bedeutet Kleiner Mr. Tritium und ist eine Anlehnung an Pluto-kun, der in den 1990ern von der japanischen Atomindustrie eingesetzt wurde, um das schlechte Image des Plutoniums etwas aufzupolieren.
Tritium-kun sollte nun für Verständnis dafür werben, dass man am havarierten Atomkraftwerk Fukushima demnächst kontaminiertes Kühlwasser ins Meer leiten will. Denn die riesigen Mengen an Wasser wachsen den Abwicklern vor Ort über den Kopf. Seit dem GAU im März 2011 müssen die zerstörten Reaktorblöcke immer weiter gekühlt werden und rund um die Ruine sind riesige Areale mit Tanks entstanden, in denen das radioaktiv verseuchte Wasser gelagert wird.
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Trotzdem traut die Bevölkerung der Region der Sache nicht über den Weg, zu schlecht sind die Erfahrungen, die sich nach der Reaktorkatastrophe in das Bewusstsein eingebrannt haben. Vor allem die Fischer der Region gehen auf die Barrikaden, da sie es gerade erst geschafft haben, dass die Verbraucher wieder Vertrauen in ihre Produkte gewonnen haben und nun befürchten, dass die Wasser-Einleitung ihnen erneut die Lebensgrundlage entzieht.
"Die Schere zwischen der Schwere der Probleme, mit denen wir zu tun haben, und der Unbeschwertheit der Figur ist groß", kommentierte ein Fischer gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Ähnliche Anmerkungen gab es von vielen anderen Bewohnen und Journalisten der Region. Die Figur soll jetzt erst einmal zurückgenommen und unter Umständen überarbeitet werden.
Tritium-kun sollte nun für Verständnis dafür werben, dass man am havarierten Atomkraftwerk Fukushima demnächst kontaminiertes Kühlwasser ins Meer leiten will. Denn die riesigen Mengen an Wasser wachsen den Abwicklern vor Ort über den Kopf. Seit dem GAU im März 2011 müssen die zerstörten Reaktorblöcke immer weiter gekühlt werden und rund um die Ruine sind riesige Areale mit Tanks entstanden, in denen das radioaktiv verseuchte Wasser gelagert wird.
Auf YouTube ansehenFischer finden das nicht lustig
Der Plan besteht nun darin, das Kühlwasser noch einmal gründlich zu reinigen und ins Meer zu leiten. Nahezu alle schädlichen Stoffe könnten dabei herausgefiltert werden - mit Ausnahme des Tritiums. Denn das Wasserstoff-Isotop unterscheidet sich chemisch nicht vom Wasserstoff. Die Menge an Tritium in dem gereinigten Wasser würde zwar die Grenzwerte für Trinkwasser übersteigen, doch die schnell einsetzende starke Verdünnung im Meer soll dafür sorgen, dass der Anteil des natürlich vorkommenden Tritiums nur um wenige Prozent erhöht würde.Trotzdem traut die Bevölkerung der Region der Sache nicht über den Weg, zu schlecht sind die Erfahrungen, die sich nach der Reaktorkatastrophe in das Bewusstsein eingebrannt haben. Vor allem die Fischer der Region gehen auf die Barrikaden, da sie es gerade erst geschafft haben, dass die Verbraucher wieder Vertrauen in ihre Produkte gewonnen haben und nun befürchten, dass die Wasser-Einleitung ihnen erneut die Lebensgrundlage entzieht.
"Die Schere zwischen der Schwere der Probleme, mit denen wir zu tun haben, und der Unbeschwertheit der Figur ist groß", kommentierte ein Fischer gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Ähnliche Anmerkungen gab es von vielen anderen Bewohnen und Journalisten der Region. Die Figur soll jetzt erst einmal zurückgenommen und unter Umständen überarbeitet werden.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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