Zerologon: US-Regierung macht Druck - Windows Server sofort updaten

Eine der gefährlichsten Sicherheitslücken in Windows-Systemen hat jetzt auch zu einer seltenen und dringenden Warnung von höchsten staat­lichen Stellen in den USA geführt. Die IT-Sparte des Heimatschutz-Mi­nisteriums gab Weisungen zum sofortigen Vollzug heraus.
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Alle Bundesbehörden in den USA sind aufgrund der Schwere des Problems kurz vor dem Wo­chen­en­de verpflichtet worden, den von Microsoft veröffentlichten Patch gegen die Zero­logon-Schwachstelle unverzüglich zu installieren. Konkret muss die Arbeit spätestens heute im Lau­fe des Tages durchgeführt werden. Eine so kurze Frist ist sehr ungewöhnlich und deu­tet da­rauf hin, dass bereits Erkenntnisse vorliegen, dass die Lücke schon aktiv aus­ge­nutzt wird.

Zerologon gilt deshalb als eines der schwersten Sicherheitsprobleme der Windows-Plattform, weil sich Angreifer darüber binnen Sekunden die Kontrolle über die Domänen-Controller gan­zer Netzwerke verschaffen können. Denn ein Fehler in der Auswertung der krypto­gra­phi­schen Authentifizierung macht eine Brute-Force-Attacke binnen Sekunden erfolgreich. Zerologon-SchemaDas Schema eines Zerologon-Angriffs

Kompatibilität wird unwichtig

Betroffen sind von dem Prob­lem Systeme ab Windows Server 2008 R2 inlu­sive der jüng­sten Windows-Server-Varian­ten, die auf Windows 10 basieren. Microsoft hat den Fehler bereits im Au­gust mit einem Patch behoben, aller­dings dau­ert es insbe­sondere bei größeren Unter­neh­men und Behörden gern auch mal ei­nige Wo­chen bis Monate, bis Aktua­lisierungen einge­spielt wer­den. Die Admins testen dort lieber aus­giebig, ob die Patches auch wirklich keine Kollateral­schäden auf den Produktiv­systemen anrichten.

Die Zerologon-Lücke ist allerdings so schwerwiegend, dass eventuelle Probleme mit den An­wen­dun­gen im Netzwerk in Kauf genommen werden sollten. Immerhin droht bei In­kom­pa­ti­bi­li­tä­ten im schlimmsten Fall ein Ausfall in einem wahrscheinlich recht über­schau­ba­ren Rah­men. Wenn ein Angreifer problemlos den Domänen-Controller des Netz­wer­kes über­nimmt, sind die Schäden mit Sicherheit sehr viel gravierender.

Das US-Heimatschutzministeriums wies daher nicht nur die Bundesbehörden zum un­ver­züg­li­chen Update an. Auch alle Einrichtungen der Bundesstaaten und Kommunen wur­den zu­min­dest aufgefordert, ähnlich vorzugehen. Gleiches gilt für Unternehmen.

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