Astronomen veröffentlichen größte Karte des bekannten Universums

Die Herstellung möglichst exakter Karten ist mit diversen Heraus­for­de­run­gen verbunden. Erst recht, wenn man es sich zur Aufgabe gemacht hat, das ganze Universum darzustellen. Doch nun gibt es einen ersten Ansatz für die komplette Darstellung.
Aufnahme, Hubble, Hubble Weltraumteleskop, Dreiecksgalaxie, Dreiecksnebel
ESA
Für ein solches Projekt kann man natürlich niemanden losschicken, der die Gegend vermisst und eine Karte malt. Stattdessen haben rund 30 Forschungseinrichtungen aus diversen Ländern unter der Beteiligung von hunderten Wissenschaftlern zwei Jahrzehnte an der Sloan Digital Sky Survey (SDSS) gearbeitet. Das Ergebnis haben sie nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Wenn man eine Karte des gesamten Universums erstellt, hat man ein gravierendes Problem: Beschränkt man sich auf die Erde, lässt sich problemlos ein Ist-Zustand erfassen. Es ist aber unmöglich, den heutigen Zustand des Universums festzuhalten. Denn ein Blick in die Tiefen des Raumes ist immer auch ein Blick tief in die Vergangenheit. Die entfernteren Bereiche, die von den modernsten Teleskopen erfasst werden können, zeigen das Universum in einem Zustand, wie er im Grunde vor Milliarden von Jahren existierte. Was dort heute geschieht, lässt sich nicht sagen, da alle entsprechenden Informationen nur mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum reisen und entsprechend erst in sehr, sehr vielen Jahren in unserer Region des Kosmos ankommen. Karte des UniversumsBild: SDSS Collaboration

Es gibt eine Lücke

Und auch beim Blick zurück wird es schwierig, wie die nun gezeigte Karte deutlich macht. Denn im mittleren Bereich sieht man die sichtbaren Tei­le des Universums. Die am weitesten ent­fern­ten und damit ältesten Regionen liegen hier bei etwa 11 Milliarden Jahren. In diesem Bereich hat das extended Baryon Oscillation Spectroscopic Survey (eBOSS) zuletzt zahlreiche Daten ge­lie­fert, die in Zusammenarbeit von über hun­dert Astrophysikern ausgewertet wurden. Ins­ge­samt flossen dann Informationen über mehr als zwei Millionen Galaxien und Quasare, die aufgezeichnet und ausgewertet wurden, in die neue Karte ein.

Ganz außen am Rand ist die kosmische Hintergrundstrahlung zu sehen, die - aus kosmischer Perspektive - die Zeit kurz nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren abbildet. Das Pro­blem ist nun, dass zwischen dieser und dem 11-Milliarden-Jahre-Bereich eine ziemlich große Lücke herrscht.

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