Astronomische Premiere: Einzigartiger Blick auf das junge Universum

Es ist eine astronomische Premiere die einen Blick in die Kinderstube des Universums erlaubt: Forschern ist es mit Langzeitbeobachtung erstmals gelungen, das Licht eines großen Netzwerkes aus Gas und Galaxien einzufangen, das einen Teil des frühen Kosmos bildet.

So war die junge Struktur des Universums noch nie zu sehen

Zur Entstehung unseres Universums gibt es viele Theorien, Vorhersage und Beobachtung befinden sich hier in einem ständigen Schlagabtausch. Hatte die wissenschaftliche Gemeinde so bisher eine recht gute theoretische Vorstellung zu Entwicklung und Aufbau des jungen Universums, liefert ein Projekt hier jetzt den ersten größeren Ausblick. Wie CNRS (via Scinexx) schreibt, ist es Wissenschaftlern des Astrophysikalischen Forschungszentrum in Lyon gelungen, erstmals ein großes System an uralten Strukturen des Kosmos einzufangen. The MUSE Extremely Deep FieldEines der entdeckten Wasserstoff-Filamente (Roland Bacon, David Mary, ESO and NASA) Wie der verantwortliche Forscher Roland Bacon erläutert, hatte man für das Projekt einen Himmelsausschnitt insgesamt 140 Stunden mit dem Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile beobachtet. Adaptive Optiken machen es dabei möglich, auch Informationen zu sehr fernen Objekten hochauflösend einzufangen. Interessant war für Bacon und sein Team die sogenannte Lyman-Alpha-Strahlung, die unter anderem in der kosmischen Frühzeit von angeregtem Wasserstoff abgegeben wurde. The MUSE Extremely Deep FieldDie von MUSE beobachteten Galaxien, dargestellt in einem Zeit-Kegel

Echter Meilenstein

Mit einem Fokus auf dieses Lichtspektrum zeigte sich dann in der von den Forschern MUSE-Extremely Deep Field (MXDF) getauf­ten Aufnahme klar die fadenartige Struktur von Gas und Galaxien, die vorausgesagt worden war. "Damit liefern diese Beobachtungen den ersten Nachweis typischer Filamente des kosmischen Netzes über die Lyman-Alpha-Emission", zitiert Scinexx die Astronomen. "Das ist ein Meilenstein in der langen Suche nach der Signatur des kosmischen Netzes bei großen Rotverschiebungen."

Laut Bacon erlaubt die Aufnahme einen Blick auf kosmische Strukturen, deren Alter bis rund eine Milliarde Jahre nach dem Urknall zurückreicht. Eine erste Analyse lässt dabei neben den großen Zusammenhängen auch kleine Strukturen erkennen. In dem Ausschnitt des noch jungen Universums finden sich vor allem kleine, sehr massearme Galaxien. Mit einem Gewicht von rund zehn Millionen Sonnenmassen sind diese winzige Zwerge im Vergleich zu heutigen Galaxien, die häufig Billionen Sonnenmassen erreichen. Weltall, Sterne, Galaxie, universum, Filament Weltall, Sterne, Galaxie, universum, Filament Roland Bacon, David Mary, ESO and NASA
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