Erstes Werk für Polymer-Akkus entsteht: 90% billiger als Lithium-Ionen

Akku, Qualcomm, Laden, Quick Charge Bildquelle: Qualcomm
Eine der Personen, die Lithium-Ionen-Akkus zum Erfolg führte, will sie jetzt mit einer anderen Technologie angreifen: Er baut ein Werk für Poly­mer-Akkus, bei denen die Produktionskosten um rund 90 Prozent nie­dri­ger ausfallen werden, während die Sicherheit deutlich steigt. Hideaki Horie war im Jahr 1990 direkt am Marktstart der Lithium-Ionen-Technologie beteiligt. Er setzte auf die Technik, als nahezu die gesamte Industrie noch glaubte, die Zukunft liege in Nickel-Metallhydrid-Akkus. Er steht aber auch offen zu den Schwächen der Batterie-Technologie und scheut sich nicht davor, bessere Alternativen zu suchen. Und eine von diesen will er nun selbst wieder ins Leben verhelfen.

Vor zwei Jahren gründete Horie in Tokio das Unternehmen APB. Dieses arbeitet an Polymer-Akkus, die ebenfalls gut funktionieren und wesentlich billiger herzustellen sind. "Das Problem bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien besteht darin, dass man sie wie Chips fertigt", erklärte er laut einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. "Unser Ziel besteht darin, eher wie die Stahlproduktion zu sein."

Leichtere Produktion

Er bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass die Akkus derzeit unter Reinraum-Bedingungen gefertigt werden müssen. Die Produzenten müssen daher enorme Investitionen tätigen, wenn Fertigungsanlagen gebaut werden. Das ist bei den Polymer-Akkus anders, da die Materialien und die ganze Akku-Architektur wesentlich einfacher ist. Im Kern werden hier nur einzelne Schichten aufeinandergefügt, die in ein Harz eingebettet sind. Und um Batterien mit größerer Kapazität zu fertigen, nimmt man einfach größere Polymer-Folien und stapelt diese höher aufeinander. Das geht nicht nur einfacher, man muss auch längst nicht so exakt arbeiten wie beim Lithium-Ionen-System, da die Stromspeicher auch noch recht unempfindlich gegen Produktionsfehler sind, die bisher schnell zu überhitzenden Akkus führen können.

Binnen der letzten zwei Jahre hat sich APB mit der Entwicklung der Technologie zur Marktreife befasst. Im März hat das Unternehmen dann 74 Millionen Dollar von Investoren erhalten. Das ist im Branchenmaßstab nicht gerade viel, soll allerdings ausreichen, um eine erste Fabrik für die Massenproduktion auszurüsten. Bis 2023 will man mit dieser auf eine Produktionskapazität von einer Gigawattstunde kommen.

Klar ist allerdings, dass die neuen Akkus noch nicht so ausgereift sind wie Lithium-Ionen-Batterien - auch wenn sie großes Potenzial haben. In Smartphones wird man sie daher noch längere Zeit nicht finden und auch in Elektroautos werden wohl erst kommende Generationen ihren Platz finden. APB will anfangs vor allem erst einmal Batteriezellen herstellen, die dann in Stromspeichern für Häuser, die mit Solaranlagen ausgestattet sind, Anwendung finden. Aber auch in großen Systemen für die Energiewirtschaft sieht Horie einen interessanten Markt. In beiden Bereichen sind die Speichersysteme aufgrund der Kosten der Lithium-Ionen-Technik noch sehr teuer.

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