Coronakrise: Ransomware-Erpresser lassen Krankenhäuser in Ruhe

In Zeiten einer Pandemie tritt unter Kriminellen sogar so etwas wie Gano­ven-Ehre zutage. Verschiedene Betreiber von Ransomware haben sich angesichts der Coronakrise zumindest darauf verpflichtet, medizinische Einrichtungen in Ruhe zu lassen.
Kriminalität, Cybercrime, Computerkriminalität
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So mancher wird sich noch an die Wannacry-Malware erinnern, die vor einigen Jahren unter anderem signifikante Teile der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Großbritannien lahm legte. Und auch sonst scheuten die Erpresser hinter Ransomware-Kampagnen nicht davor zurück, auch Krankenhäuser in Geiselhaft zu nehmen und dort zum Teil schwere Schäden und massive Ausfälle zu verursachen.

Nun gibt es von verschiedenen Gruppen aber öffentliche Stellungnahmen, nach denen man aufgrund der Coronakrise einen anderen Kurs einschlagen will. Das berichtet Bleeping­Computer, wo man mehrere Statements der Gruppen gesammelt hat. So gaben die Be­trei­ber der Malware Maze beispielsweise sogar eine Veröffentlichung heraus, die als Presse­mit­tei­lung betitelt ist und in denen man erklärt, alle Arten von medizinischen Ein­rich­tun­gen in Ruhe zu lassen, bis die Situation geklärt ist.

Pharma ausgenommen

Etwas ausführlicher wurden die Personen hinter der DoppelPaymer-Ransomware. Diese be­ton­ten, dass sie schon zuvor versuchten, keine Notfall-Einrichtungen zu attackieren. Sollte es doch vorkommen, wolle man die Sache prüfen und die Keys zur Entschlüsselung der Daten kostenlos übermitteln. Man wies aber darauf hin, dass dies besonders geprüft wird. Denn es hätte auch schon Immobilien-Firmen und ein Tierheim gegeben, die sich auf diesem Weg von der Ransomware befreien wollten. Ausgenommen seien auch Pharma-Unternehmen. "Sie verdienen eine Menge zusätzlich an der aktuellen Panik", hieß es.

Ähnliche Aussagen gibt es auch schon von anderen einschlägigen Gruppen, die in der letzten Zeit aufgefallen sind. Hinzu kommt, dass auch schon verschiedene Security-Firmen kos­ten­lose Hilfestellungen angeboten haben, falls wichtige medizinische Einrichtungen in dieser Zeit von Ransomware befallen sind.

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