Jetzt wird's richtig eng: PC- und Laptop-Herstellern gehen die Teile aus

Für die Notebook-Hersteller wird das neue Coronavirus immer mehr zum Problem, da ihre Vertragsfertiger wegen der Schließung diverser Produk­tionsstätten kaum noch die für den Bau der Geräte benötigten Kom­po­nen­ten auf Lager haben oder nachkaufen können.
Teardown, Ifixit, Microsoft Surface Pro 4
iFixit
Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes berichtet, gehen Marktbeobachter derzeit für das erste Quartal 2020 von einem Rückgang der weltweiten Notebook-Verkaufszahlen um rund ein Drittel aus. Dabei ist nicht etwa die mangelnde Nachfrage der Hauptgrund, sondern die durch die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit erfolgten Werksschließungen bei Zuliefern und den Vertragsfertigern selbst in China.

Werke arbeiten (teilweise) zwar wieder, aber jetzt fehlen Komponenten

Zwar haben die meisten PC- und Laptop-Fertiger in China die Produktion mittlerweile wieder anlaufen lassen, doch werden ab März Probleme wegen fehlender Bauteile befürchtet. Die Lagerbestände vieler Komponenten werden wohl gegen Ende Februar aufgebraucht sein, weil viele der kleineren Zulieferer der Gerätehersteller noch keine Erlaubnis bekommen haben, ihre Produktion in Folge der Coronavirus-Epidemie wieder aufzunehmen.

Der weltgrößte Laptop-Vertragsfertiger Quanta Computer hat wegen der Probleme in China bereits vor kurzem ein neues Werk im Norden des Inselstaats Taiwan in Betrieb genommen. Das Unternehmen versucht jetzt, die Produktion dort schnell zu steigern, um die Nachfrage auf Seiten der bekannten amerikanischen Notebook-Hersteller wie Dell und HP zu befriedigen.

Weil die in Europa und den USA bekannten Notebook- und PC-Hersteller ihre Geräte schon seit Jahrzehnten nicht mehr in eigenen Werken bauen lassen, wird das Coronavirus jetzt auch für sie zum Problem. Zwar haben Firmen wie Foxconn, Wistron, Pegatron und eben Quanta als Vertragsfertiger auch Standorte außerhalb Chinas, doch bisher stammen rund 90 Prozent aller weltweit verkauften Laptops aus dem jetzt wegen des Virus lahmgelegten Land.

Weil die Vertragsfertiger ihrerseits kämpfen, um genügend Geräte zu bauen, können die Marken-Anbieter weniger Systeme verkaufen. Auch Firmen wie Intel, AMD und Nvidia leiden unter den Problemen der PC-Hersteller. Zwar läuft ihre Produktion wegen des hohen Automatisierungsgrads in der Chipfertigung weiter ohne große Einschränkungen, doch wenn es nicht möglich ist, die CPUs, GPUs und anderen Chips in fertigen Geräten unterzubringen, sinkt auch für sie die Nachfrage.
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