Coronavirus-App: Überwachungsdaten informieren über Infektionsrisiko

Die chinesischen Behörden haben eine neue App für Smartphone-Nutzer eingeführt, mit denen diese prüfen können, ob sie sich in der Nähe ande­rer Menschen befunden haben, die nachweislich mit dem Coronavirus in­fiziert sind oder zumindest eine Verdachtsdiagnose erhalten haben. Möglich macht dies eine allgegenwärtige Überwachung und die Auswertung der dabei anfallenden Daten. Wie die BBC berichtet, hat man einen sogenannten Close-Contact-Detector eingeführt, der Daten aus diversen Quellen zusammenführt, um den Nutzer darüber aufzuklären, ob er sich in direkter Nähe von infizierten oder möglicherweise infizierten Personen befunden hat.

Neue Nutzer melden sich mit Hilfe eines QR-Codes an und müssen dann ihre Ausweisnummer, ihren Namen und eine Telefonnummer hinterlegen. Mit jeder registrierten Telefonnummer kann man dann den Status von drei anderen Ausweisnummern prüfen. Die Daten werden von Gesundheits- und Transportbehörden und anderen Einrichtungen bezogen und zusammengefasst, um sie im Anschluss auszuwerten.

Wer war wo? Behörden und Firmen liefern Daten

So werden zum Beispiel alle Personen als möglicherweise infiziert gewertet, die sich laut der Daten der Behörden zum gleichen Zeitpunkt in einem Zug-Waggon mit einem tatsächlich infizierten Menschen befunden haben. Bei Flügen gelten alle Personen als infektionsverdächtig, die drei Reihen vor oder hinter einer nachweislich infizierten Person saßen. Das gleiche gilt für die auf diesen Transportwegen anwesenden Mitarbeiter der jeweiligen Fluglinien oder Zugbetreiber.

Auch alle Personen, die im gleichen Haushalt, dem gleichen Klassenraum oder am gleichen Arbeitsplatz waren, gelten in der App als infektionsverdächtig. Natürlich sind auch sämtliche Mitarbeiter aus Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen sowie deren Familienmitglieder und andere Kontaktpersonen als infektionsverdächtig eingestuft und werden somit in der App geführt.

Mit der App sollen sich die Menschen besser gegen eine weiterhin mögliche Infektion mit dem Coronavirus schützen können. Durch die Zusammenführung diverser Datenquellen soll sich auch rückwirkend nachvollziehen lassen, ob ein Mensch in der Nähe von Erkrankten war. Inwiefern die gesammelten Daten letztlich von den Behörden zur Erfassung von Verdachtsfällen oder tatsächlichen Infektionen verwendet werden, ist derzeit unklar.
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