Warum Home-Office wirklich produktiver ist als Arbeit im Büro

Durch die Digitalisierung von Prozessen in Unternehmen und die Ver­netzung weiter Bereiche des Alltags nimmt die Tätigkeit im Home-Office einen wachsenden Anteil in der Arbeitswelt ein. Und nun scheint man auch zu wissen, warum die Beschäftigten dabei produktiver sind.
Mitarbeiter, Büro, Indoor
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Infografik: Vor- und Nachteile von Home OfficeVor- und Nachteile von Home Office
Dass die Produktivität steigt, wenn Angestellte von ihrem heimischen Büro oder Schreibtisch aus arbeiten können, haben bereits diverse Untersuchungen belegt. Allerdings gab es bisher nur Annahmen darüber, warum dies so ist. Meist gingen die Vermutungen in die Richtung, dass die Heimarbeiter aufgrund wegfallender Wege und entsprechend mehr Zeit für Familie und Hobbys einfach mehr Energie für ihre Aufgaben haben.

Weitergehende Untersuchungen zeigen nun aber, dass es einen noch sehr viel wichtigeren Faktor gibt: Die asynchrone Kommunikation. Wenn der Angestellte nicht mit im gleichen Büro sitzt, wird von ihm meist auch nicht erwartet, dass auf jede Nachricht sofort reagiert wird. Es genügt dann völlig, wenn Mitteilungen von Team-Mitgliedern im Chat oder auch E-Mails erst dann beantwortet werden, wenn Zeit dafür ist.

Ablenkung ist enorm

Das bringt erhebliche Gewinne in der Aufmerksamkeits-Ökonomie mit sich. Frühere Untersuchungen zum Thema Kommunikation am Arbeitsplatz hatten bereits gezeigt, dass Mitarbeiter immer mehr Zeit mit der Kommunikation verbringen. Teilweise sind Angestellte sogar bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit damit beschäftigt in Meetings zu sitzen, mit Kollegen zu sprechen, E-Mails zu schreiben oder andere Kommunikationswege zu nutzen.

Das Problem ist dann nicht nur, dass die entsprechende Zeit nicht mehr zur Erledigung der eigentlich Kernaufgaben zur Verfügung steht. Die vermeintliche Haupttätigkeit bedarf auch einiger Konzentration und es führt zu noch stärkeren Reibungsverlusten, wenn der Mitarbeiter ständig aus seiner Arbeit herausgerissen wird. Der Wechsel ins Home-Office führt in der Regel direkt dazu, dass der Anteil dieser Dinge deutlich zurückgeht und die Produktivität schlicht steigt, weil der Angestellte sich besser und länger auf seinen eigentlichen Job konzentrieren kann.

Entsprechend lassen sich durchaus auch im klassischen Büro Steigerungen der Produktivität erreichen. Das Management muss hier also dafür sorgen, dass die direkte Kommunikation in klare Bahnen gelenkt wird. Die Angestellten sollten lieber dazu angehalten werden, Nachrichten zwei bis drei Mal täglich gesammelt zu beantworten, statt dass ungeduldige Nachfragen kommen, wenn ein Mitarbeiter nach einigen Minuten noch nicht reagiert hat.

Siehe auch: Home Office: Das Recht auf wegfallende Anreise ins Büro soll kommen
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