E-Schrott Tsunami: Jährlich 62,5 Mrd. verloren weil 80% im Müll landen

Wohin mit dem immer weiter wachsenden Berg an Elektroschrott? Geht es nach den Vereinten Nationen, lautet die Antwort heutzutage leider fast immer: Ab auf die Kippe. 80 Prozent werden nicht wiederaufbereitet. Und das Problem wird sich weiter zuspitzen: In den nächsten 30 Jahren wird sich die Abfallmenge verdreifachen. Ein "Tsunami aus E-Schrott" droht.

Die UN wirft einen besorgten Blick auf einen immer größeren Schrottberg

Elektroschrott enthält sehr viele Rohstoffe, die bei einem funktionierenden Wiederaufbereitungs-Kreislauf aus dem Material gewonnen werden können. Doch die weltweite Bilanz sieht bisher sehr düster aus. Wie die Vereinten Nationen laut heise vorrechnen, sind im Jahr 2018 weltweit 48,5 Millionen Tonnen Elektroschrott entstanden, 80 Prozent davon wanderten ohne Wiederaufbereitung auf den Müll. Das veranlasst die Organisation zu einer Warnung: Es rollt ein "Tsunami aus E-Schrott" auf die Welt zu. Infografik: Gold aus E-SchrottGold aus E-Schrott Denn neben der Tatsache, dass die Menschheit bisher nur einen geringen Anteil des anfallenden Mülls aus Elektroprodukten wiederverwertet, wird sich das Problem in den nächsten Jahrzehnten alleine wegen der anfallenden Müllmenge drastisch verschärfen. Die Universität der Vereinten Nationen berechnet, dass eine Steigerung der Abfallmenge aus diesen Bereichen um das Dreifache zu erwarten ist - eine entsprechende Studie wurde jetzt unter der Überschrift "A New Circular Vision for Electronics" vom Weltwirtschaftsforum und dem Weltwirtschaftsrats für nachhaltige Entwicklung vorgestellt.

Die Studie will dabei unter anderem mit recht eindrücklichen Zahlen aufzeigen, dass das Wegschmeißen von Elektroschrott auch wirtschaftlich wenig Sinn ergibt. Demnach werden aktuell jährlich Materialien in einem Gesamtwert von 62,5 Milliarden US-Dollar ohne entsprechende Wiederverwertung entsorgt. Krasses Beispiel: In einer Tonne Elektroschrott ist hundertmal mehr Gold enthalten als in einer Tonne Golderz.

System braucht Richtungswechsel

Interessant sind dabei auch die positiven Zukunftsprognosen der UN-Akteure. Durch das Internet der Dinge und Innovationen wie Cloud-Computing könnte es in den kommenden Jahrzehnten auch zu einer gewissen "Dematerialisierung" in der Branche kommen, da nicht jeder Nutzer darauf angewiesen ist, die Rechenleistung in lokalen Geräten vorzuhalten. Darüber hinaus könnten die Techniken durch klares Produkt-Tracking ein engeres Rücknahme- und Recycling-System ermöglichen. Die Aufgabe, die die Studie formuliert: Wissenschaft, Gesellschaft sowie Wirtschaft müssen gemeinsam daran arbeiten, das "System zu verändern".
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