Huawei-Finanzchefin bleibt wohl im Gefängnis - Kanada unter Druck

Huawei, Meng Wanzhou, CFO, Sabrina Meng, Chief Financial Officer Bildquelle: Huawei
Die in Kanada inhaftierte Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou wird wohl weiterhin im Gefängnis bleiben. Bei einer Anhörung vor einem kanadischen Gericht wurde der Antrag, sie auf Kaution auf freien Fuß zu setzen, abgelehnt. Der Fall beginnt sich unterdessen immer stärker auf die Finanzmärkte auszuwirken. Eine Entlassung aus der Untersuchungshaft ist bei Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ohnehin ziemlich unwahrscheinlich - denn hier wird gemeinhin eine Fluchtgefahr als gegeben angenommen. Vor allem dann, wenn das Heimatland eines Beschuldigten auch noch mit hoher Sicherheit eine Kooperation ablehnen würde, wie es im Falle Chinas ziemlich sicher ist.

Die Anwälte der Managerin führten allerdings an, dass ihr Besitz in Kanada durchaus eine gewisse Sicherheit biete. Meng gehören in dem Land unter anderem zwei Häuser, die jeweils mehrere Millionen Dollar wert sind. Auch ihr Ehemann und ihre Tochter sollten dort für die Dauer des laufenden Verfahrens wohnen, was als Gewährleistung für ihren Verbleib im Land angeführt wurde. Weiterhin wurde die gesundheitliche Situation der Frau ins Feld geführt. Schon die Festnahme habe sie so mitgenommen, dass sie ärztlicher Behandlung bedurfte. All das half vorerst aber nicht, einen neuen Anlauf soll es heute geben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Trubel an der Börse

Unterdessen wirkt sich die Auseinandersetzung zunehmend auf die Börsen aus. Denn die Anleger befürchten, dass es zu einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China kommt. Und das könnte letztlich kaum vorhersehbare Entwicklungen in Gang setzen. Zumindest an den asiatischen Börsen haben Aktien von US-Unternehmen schonmal an Wert verloren.

Die kanadischen Behörden hatten die Verhaftung durchgeführt, weil es einen Haftbefehl aus den USA gab und die Auslieferung verlangt wird. Und das Land ist nun gleich von zwei Seiten in die Mangel genommen worden. Zum einen bringt die Sache diplomatische Verstimmungen mit China mit sich - was letztlich bedeuten könnte, dass das angestrebte Handelsabkommen schlicht nicht zustande kommt. Aber auch die so genannten 5-Eyes-Partner - USA, Australien, Neuseeland und Großbritannien - halten dagegen und fordern, dass auch Kanada den Einsatz von Huawei-Equipment in seinen Kommunikationsnetzen untersagt.

Siehe auch:

Huawei, Meng Wanzhou, CFO, Sabrina Meng, Chief Financial Officer Huawei, Meng Wanzhou, CFO, Sabrina Meng, Chief Financial Officer Huawei
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