Spionage-Chips: Bloomberg gerät durch Untersuchung in Erklärungsnot

Mainboard, Motherboard, Platine, Leiterplatte Bildquelle: Pixybay
Bloomberg hatte im Oktober über eine groß angelegte chinesische Spionage-Maschinerie berichtet und den angeblich beteiligten Mainboard-Produzenten Supermicro damit in eine schwierige Lage gebracht. Unab­hängige Tests lassen aber immer mehr Zweifel am Wahrheitsgehalt des Berichts aufkommen, Spionage-Chips konnten auch bei der aktuellen Untersuchung nicht gefunden werden.

Langsam aber sicher ein echtes Mysterium

Anfang Oktober hatte Bloomberg mit einem Bericht für viel Aufregung gesorgt: Wie das US-Medienhaus berichtet hatte, sollen chinesische Hintermänner über Jahre in Supermicro-Mainboards Spionage-Chips eingebaut haben. Ausführliche unabhängige Untersuchungen lassen den Bericht laut Computerbase jetzt aber immer mehr zum Mysterium werden. Die Untersuchungen konnten die Aussagen der betroffenen Parteien bestätigen, dass keine solchen Chips verbaut wurden, Bloomberg bleibt aber trotzdem weiter bei seiner bisherigen Darstellung der Zusammenhänge. Infografik: Sicherheitsrisiko BetriebssystemSicherheitsrisiko Betriebssystem So hat das unabhängige Unternehmen Nardello & Co in den USA auf Basis des Bloomberg-Berichts sowohl neue als auch vor Jahren verkaufte Mainboards untersucht, die unter anderem auch an Amazon und Apple verkauft wurden. Neben der Hardware wurden dabei auch die zugrunde liegenden Software- und Design-Dateien geprüft. In allen Fällen will das Unternehmen laut Reuters zum gleichen Ergebnis gekommen sein: Spionage-Chips konnten nicht gefunden werden.

Der CEO von Supermicro, Charles Liang, betont in einem Brief an Kunden, dass diese neuen Untersuchungsergebnisse für sein Unternehmen von enormer Bedeutung seien. "Kein Kunde hat uns jemals darüber informiert, dass er schädliche Hardware auf unseren Produkten gefunden habe, und wir haben nie einen Beweis für schädliche Hardware in unseren Produkten gesehen", so Liang.

Rückendeckung aus allen Richtungen

Rückendeckung erhält Supermicro auch aus vielen Bereichen der Branche. Der Apple CEO hatte den Bloomberg-Bericht entschieden zurückgewiesen und einen Widerruf gefordert, auch Amazon und weitere Unternehmen stellen sich hinter den Hardware-Zulieferer. Zu guter Letzt hatten auch der Direktor des FBI und hochrangige Angestellte weiterer US-Behörden dem Bericht widersprochen. Da Bloomberg weiter an den Inhalten des Berichts festhält, prüft Supermicro jetzt rechtliche Schritte - der Wert der Aktie des Unternehmens hatte sich nach Veröffentlichung halbiert, konnte sich in den letzten Tagen aber etwas erholen.
sentifi.com

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