Umweltschutz nur leere Apple-PR? iPhones sind schlecht für die Erde
Am Mittwoch hat der kalifornische Hersteller Apple seine neuen iPhones vorgestellt und diese stehen wie immer unter dem Motto: besser, schöner, schneller (und teurer). Beim letzten Event hat Apple auch kräftig Eigenwerbung in Bezug auf sein Umweltengagement betrieben, doch hier gibt es zwischen PR und Realität große Unterschiede.
Apple betont immer wieder, dass man seine Geräte, allen voran die iPhones, irgendwann einmal komplett aus Recycling-Materialien bauen möchte. Zuletzt hat man diese Absicht vor eineinhalb Jahren festgehalten, doch wie Motherboard schreibt, ist der Konzern davon noch meilenweit entfernt.
Viel sinnvoller wäre es, seltene Erden wiederzuverwerten, doch das scheitert an einem fehlenden Recycling-Kreislauf und auch daran, dass es teilweise erst gar keine Wiederverwertungsprozesse gibt. Von einem Recycling-iPhone ist Apple also noch weit entfernt, wenn es denn überhaupt je machbar ist.
Die Realität sieht derzeit anders aus: Laut einem von Motherboard beauftragten Metallurgen werden rund 34 Kilogramm Rohmaterial benötigt, um ein durchschnittliches iPhone herzustellen und hier sind Nebenprodukte der weltweiten Zuliefererkette nicht einmal mit eingerechnet.
Dazu kommt, dass unabhängige Recycling-Unternehmen Verträge mit Apple unterzeichnen müssen, die vorschreiben, dass alle Produkte, die sie bekommen, geschreddert werden müssen. Auch dann, wenn sie eigentlich noch funktionstüchtig sind. Apple sagt dabei, dass die Geräte einfach wiederzuverwerten seien. Dem widersprechen die beteiligten Firmen aber und meinen, dass die Apple-Hardware immer wieder Feuer fängt, weil die geklebten Batterien nur schwer zu entfernen sind.
Ähnliches trifft sicherlich auch auf viele andere Branchengrößen zu, allerdings lehnt sich Apple mit seiner Umwelt-PR auch sehr weit aus dem Fenster - und "liefert" nur zum Teil, wenn überhaupt. Das Fazit von Motherboard ist deshalb klar: "Ein iPhone Xs zu kaufen ist schlecht für den Planeten."
iPhone Xs & Xs Max vorgestellt Größer, schneller, besser - Alle Details
Cool, aber keine Kunst
Am vergangenen Mittwoch hat Lisa Jackson, Vice President für Umweltbelange im Konzern, mitgeteilt, dass Apple beim Lautsprechergehäuse des iPhone-Gehäuses zu 35 Prozent auf Recycling-Plastik setzt. Dazu kommt, dass Apple begonnen hat, wiedergewonnenes Zinn zu verwenden. Das bezeichnen Experten als guten Anfang, aber auch nicht mehr. Kyle Wiens, CEO von iFixit dazu: "Recyceltes Zinn ist cool, aber auch super-einfach."Viel sinnvoller wäre es, seltene Erden wiederzuverwerten, doch das scheitert an einem fehlenden Recycling-Kreislauf und auch daran, dass es teilweise erst gar keine Wiederverwertungsprozesse gibt. Von einem Recycling-iPhone ist Apple also noch weit entfernt, wenn es denn überhaupt je machbar ist.
Die Realität sieht derzeit anders aus: Laut einem von Motherboard beauftragten Metallurgen werden rund 34 Kilogramm Rohmaterial benötigt, um ein durchschnittliches iPhone herzustellen und hier sind Nebenprodukte der weltweiten Zuliefererkette nicht einmal mit eingerechnet.
Gegen "Recht auf Reparatur"
Kritik üben Umweltschützer aber auch daran, dass Apple gerne Wasser predigt und Wein trinkt, wenn es um das Thema Reparierbarkeit geht. Denn Jackson selbst hat am vergangenen Mittwoch gemeint, dass iPhones gut für die Umwelt seien, weil sie so lange halten und entsprechend lange verwendet werden können. Das ist im Prinzip auch richtig und gut, allerdings gilt Apple als Unternehmen, das seinen Kunden (eigene) Reparaturen erschwert und sich auch über Lobbying gegen entsprechende Recht-auf-Reparatur-Initiativen stellt.Dazu kommt, dass unabhängige Recycling-Unternehmen Verträge mit Apple unterzeichnen müssen, die vorschreiben, dass alle Produkte, die sie bekommen, geschreddert werden müssen. Auch dann, wenn sie eigentlich noch funktionstüchtig sind. Apple sagt dabei, dass die Geräte einfach wiederzuverwerten seien. Dem widersprechen die beteiligten Firmen aber und meinen, dass die Apple-Hardware immer wieder Feuer fängt, weil die geklebten Batterien nur schwer zu entfernen sind.
Ähnliches trifft sicherlich auch auf viele andere Branchengrößen zu, allerdings lehnt sich Apple mit seiner Umwelt-PR auch sehr weit aus dem Fenster - und "liefert" nur zum Teil, wenn überhaupt. Das Fazit von Motherboard ist deshalb klar: "Ein iPhone Xs zu kaufen ist schlecht für den Planeten."
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