Gestern stand Snapchat am Abgrund, heute ist man einen Schritt weiter

Snap, der Betreiber des Messengers Snapchat, steckt bereits länger in der Krise. Nach einem fulminanten bzw. völlig überzeichneten Börsengang kämpft das Unternehmen mit wirtschaftlichen Turbulenzen. Und immer mehr Experten haben Zweifel, ob Snap eine Zukunft hat.

Das "nächste Facebook"?

Vor gut einem Jahr ist Snap Inc. an die Börse gegangen. Damals gab es einen Hype, den es schon lange nicht mehr gegeben hat. So mancher meinte, dass Snap das nächste Facebook ist. Doch viele warnten, dass hier der Wunsch der Vater des Gedankens sei und nichts mit der (wirtschaftlichen) Realität zu tun habe.

Die nackten Zahlen waren in Bezug auf Umsatz und Gewinn ohnehin nie wirklich herzeigbar, Snap konnte aber immerhin auf gute Zuwächse bei den Nutzern verweisen, das war für viele die eigentliche Währung. Das Motto: Wenn die Massen erst einmal da sind, dann wird das Geld automatisch kommen.

Doch die Rechnung ging nicht auf und es ist auch unwahrscheinlich, dass das noch passieren wird. Denn die Zugewinne an Nutzern werden immer geringer. Bei der letzten Bekanntgabe der Quartalsergebnisse teilte Snap mit, dass man gerade einmal vier Millionen neue täglich aktive Nutzer gewinnen konnte. Grund ist, dass das neue Snap-Design bei den bisherigen Anwendern alles andere als gut ankommt und gleichzeitig nicht genügend neue Nutzer anziehen kann.


Etwas Licht, viel Schatten

Die harten Zahlen hatten zwar etwas Licht, aber auch viel Schatten zu bieten. Denn Snap konnte den Umsatz um rund 54 Prozent auf knapp 231 Millionen Dollar steigern, den Verlust kann man mit 386 Millionen Dollar als tiefrot bezeichnen. Für den Kurs schlimm: Mit diesen Zahlen verfehlte das Unternehmen auch die Prognosen der Analysten.

Das alles schickte die Aktie auf Talfahrt, viele Medien sprachen sogar von einem Crash. Das ist in diesem Fall auch nicht übertrieben, denn das Papier verlor etwa 20% an Wert. Nachbörslich steht man aktuell bei 9,25 Dollar, bislang konnte sich Snap zumindest knapp über der 10-Dollar-Marke halten. Und laut CNBC rechnen Experten nicht, dass sich Snap so bald davon erholen kann - wenn überhaupt.

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