Günstige Keyboards funken Daten zur Nutzung an chinesische Server

Wer sich ein günstiges Keyboard zulegt, muss wohl damit rechnen, dass Eingaben oder zumindest Statistiken an einen in China betriebenen Server übertragen werden, sobald der jeweilige Rechner über eine Internetverbindung verfügt. Kunden des chinesischen Herstellers MantisTek ist genau dies jüngst bei ihren Tastaturen aufgefallen, die sie zuvor über Plattformen wie Amazon erworben hatten.
Microsoft Research, Infrarot-Tastatur, Gesture Keyboard
Microsoft Research
In einem Reddit-Thread wird auf das Problem aufmerksam gemacht, auf das zunächst ein Anwender aus dem RBTAsia-Forum hinwies. Demnach installiert sich beim Anschluss des von MantisTek vertriebenen Keyboards GK2 automatisch ein sogenannter MantisTek Cloud Driver, der relativ konstant Informationen an einen von dem Online-Handelskonzern Alibaba.com gehosteten Server in China überträgt.

Öffnet man die entsprechende IP im Browser, wird eine Login-Seite für ein maschinell als "Cloud Mouse Platform Background Management System" zu übersetzendes Portal angezeigt. Anscheinend handelt es sich bei den übertragenen Daten um Statistiken zu den Nutzereingaben - also offenbar nicht unbedingt um einen richtigen Keylogger, mit dem alle Eingaben genau aufgezeichnet werden.

Zunächst hatten diverse Medien berichtet, dass der Treiber konkrete Daten zu den eingegebenen Zeichen nach China überträgt. Dabei erklärte schon der Autor des Original-Forumeintrags, dass es sich wohl nur um statistische Angaben handele. Mittlerweile haben weitere Käufer der MantisTek GK2-Tastatur nachgeforscht und bestätigten, dass lediglich Angaben darüber nach China wandern, wie oft welche Taste gedrückt wurde.

Weniger problematisch ist das Ganze deshalb nicht unbedingt - so könnte die Übertragung der Key-Press-Statistik eine Verletzung von Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre sein. Vermutlich will der Hersteller durch die Auswertung der Angaben zur Zahl der Tastenanschläge vor allem Informationen zur Qualitätsverbesserung sammeln oder eben seine internen Prozesse optimieren. Die Negativpresse der letzten Tage könnte die Verkäufe nun durchaus schmälern, auch wenn sich die angebliche Bedrohung durch einen angeblich in den Keyboard-Treiber eingebauten Keylogger als unwahr erwiesen hat.
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