SPDY: Google bringt Alternative zum HTTP-Protokoll
Google hat sich vorgenommen, das Web schneller zu machen. Dazu nutzt man verschiedene Ansätze, beispielsweise die Optimierung von Websites oder den Ausbau der Internetinfrastruktur. Jetzt hat das Unternehmen eine Alternative zum HTTP-Protokoll vorgestellt.
Bei SPDY, ausgesprochen "speedy", handelt es sich um ein Forschungsprojekt aus dem Hause Google, das sich noch in einem frühen Stadium befindet. Dieses Protokoll ermöglicht den Transport von Inhalten über das Web. Es wurde darauf getrimmt, besonders schnell zu sein, indem Features wie gemultiplexte Streams, Anfragenpriorisierung und HTTP-Header-Kompression genutzt werden.
Die Arbeit an SPDY begann, als die Google-Forscher die Möglichkeiten ausgekundschaftet haben, wie die Kommunikation zwischen Browser und Server verbessert werden kann. Heute wird dafür das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) genutzt. Es wurde 1996 zum Standard erkoren, nachdem man einige Experimente durchgeführt hatte. Mit dem Ergebnis kann man bis heute zufrieden sein.
Die Google-Forscher wollten die Tradition, zu experimentieren und optimieren, fortführen, um die Entwicklung von Websites und Browsern zu unterstützen. Deshalb hat man in den letzten Monaten verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, wie Server und Browser miteinander sprechen können. Das Ergebnis ist der Prototyp eines Webservers sowie Google Chrome mit integriertem SPDY-Support.
Bislang wurde SPDY ausschließlich unter Laborbedingungen getestet. Die ersten Untersuchungen waren vielversprechend: Beim Laden der 25 beliebtesten Websites über eine simulierte Heim-Internetverbindung konnte man einen deutlichen Performance-Schub registrieren. Die Websites benötigten 55 Prozent weniger Zeit zum Laden.
Die Forscher haben nach eigenen Angaben noch viel zu tun, um die Performance unter echten Bedingungen zu testen. Jedoch haben sie inzwischen einen Punkt erreicht, wo sie auf die Hilfe von experimentierfreudigen Nutzern und Entwicklern angewiesen sind. Dazu hat man eine Dokumentation geschaffen, den Code veröffentlicht und eine Diskussions-Gruppe eingerichtet.
Möglicherweise entwickelt sich SPDY zu einer echten Alternative zum HTTP-Protokoll. Bis dahin wird aber noch viel Zeit ins Land gehen. Über die neuesten Entwicklungen dieser Forschungsgruppe werden wir natürlich berichten.
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Michael Diestelberg
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