"Feige Logik" - Opera kritisiert Internet Explorer 8

Browser Microsoft hat den Internet Explorer 8 erst kürzlich in der zweiten öffentlichen Vorabversion zum Download bereit gestellt. Das Unternehmen erneuerte anlässlich dessen sein Versprechen, eine höchstmögliche Interoperabilität zwischen verschiedenen Browsern anzustreben. Man wolle sich nach Kräften an die aktuellen Webstandards halten, hieß es. Der Konkurrent Opera sieht nun aber Anzeichen dafür, dass es sich bei den Beteuerungen Microsofts nur um leere Behauptungen handelt. Mit der Beta 2 habe Microsoft sein Versprechen bezüglich der Interoperabilität bereits nach sechs Monaten gebrochen, so Operas Technologiechef Hakon Wium Lie.

Er bezieht sich mit seiner Aussage auf die mit der Beta 2 eingeführte Kompatibilitätsansicht, die seiner Meinung nach dafür sorgen wird, dass viele, wenn nicht sogar die meisten, Seiten bei der Anzeige im Internet Explorer 8 doch nicht im Standards-Modus angezeigt werden. Der Grund dafür sei die werkseitige Aktivierung der Kompatibilitätsansicht bei Intranet-Seiten.


Dies soll vor allem deshalb problematisch sein, weil Firmen dadurch die Möglichkeit bekommen, auf eine Anpassung ihrer internen Webseiten an aktuelle Standards zu verzichten. Lie rechnet vor, warum der Weg zu maximaler Interoperabilität zwischen den verschiedenen Browsern dadurch behindert wird.

Der Großteil aller Seitenaufrufe erfolge noch immer in firmeninternen Netzen. Rund 60 Prozent aller PCs würden an Firmen verkauft, die ihre internen Netze für vielerlei Aufgaben nutzen, so dass seinen Schätzungen zufolge rund 80 Prozent aller Seitenaufrufe in Unterhehmen im Intranet erfolgen. Die Nutzung interner Netze würde daher rund 50 Prozent aller Seitenaufrufe überhaupt ausmachen, behauptet er.

Auch die Gestaltung der Kompatibilitätsansicht ist laut Operas Technologiechef ein Zeichen dafür, dass Microsoft sein Webstandards-Versprechen schon jetzt gebrochen hat. So werde bei Webseiten, die im Standards-Modus falsch angezeigt werden, in der Adressleiste ein zerrissenes Blatt Papier eingeblendet. Lie geht davon aus, dass Microsoft die Nutzer so dazu animieren will, den Standards-Modus zu verlassen, indem sie auf das Symbol klicken.


Hinter dem Symbol steckt für Lie eine "feige Logik" auf Seiten von Microsoft: durch die Einblendung des Icons frage sich der Anwender, ob er Webseiten korrekt angezeigt bekommt. Die Betreiber der Seiten würden zudem wenig begeistert sein, das Symbol neben ihrer Adresse zu sehen, was sie dazu anregen könnte, den Standards-Modus nicht auszulösen. Das Anliegen sei klar erkennbar: Standards nicht benutzen.

Lie fordert Microsoft deshalb auf, auf die Schaffung der Möglichkeit zur versionsbezogenen Anzeige von Webseiten zu verzichten, weil so das Problem der Nichteinhaltung von Webstandards aufrechterhalten würde. Stattdessen solle sich der Internet Explorer an die bestehenden Konventionen zum Umgang mit problematischen Seiten halten, die kein händisches Umschalten zwischen den Anzeigemodi erfordern.

Wenn Microsoft unbedingt ein Symbol neben Standard-konformen Webseiten anzeigen wolle, solle das Unternehmen doch lieber den Smiley des Acid2-Tests verwenden, schlägt Lie deshalb mit einem Augenzwinkern vor. Das Unternehmen habe Versprechen gemacht, die es tatsächlich einhalten könne. Bisher habe sich dies jedoch nie wirklich gezeigt, denn traditionell sage Microsoft zwar die richtigen Dinge über Webstandards, halte sich aber mit seinen Produkten nicht daran.
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