Amazon droht Mitarbeitern, die sich für Klimawandel engagieren

Amazon-Mitarbeitern, die sich der Aktivistengruppe "Amazon Employees for Climate Justice" angeschlossen haben, droht jetzt die Kündigung. Laut Medienberichten hatten sich einige Mitarbeiter wiederholt öffentlich zum Thema Klimaschutz geäußert. mehr... Amazon, Logo, Versandhandel Bildquelle: DPA Amazon, Logo, Versandhandel Amazon, Logo, Versandhandel DPA

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Ist wahrscheinlich billiger, ein paar Angestellte zu feuern, anstatt mit gutem Beispiel vorranzugehen. Welche Klimaziele wurden denn gesetzt und nicht eingehalten?
 
@meesha: Maßloser Konsum und Billig-Schrott von überall der Welt her ist halt per Definition nicht Klimaschutz. Aber wenn man nach dem geht dann dürfte kein Geschäft mehr etwas verkaufen.

Ich bin mir nicht einmal sicher wer pro Stück weniger Klimaschädlich ist: Amazon die in riesigen Mengen Dinge importieren oder der kleine Einzelhändler der für die Bestellung von 5 Mäusen und 3 Computern einen Lkw zum Versandlager aussendet.
 
@Hans3: Das ist jetzt aber sehr Pro-Amazon formuliert.
Es ist doch ein großer Unterschied zwischen Läden wie Amazon, die massenweise Bilig-Schrott aus Asien verkaufen und zahlreichen kleinen Läden, die hier ökologischer und für die kleinen Mengen auch ökonomischer agieren!
Ist ein voller LKW, der innerhalb Deutschlands fährt, etwa nicht weniger Klimaschädlich als der 2 Ct-Kuli, der aus Asien kommt? Die LKWs des Einzelhändlers sind in der Regel auch voll. Im Gegensatz dazu könnte es sein, dass der LKW mit deinem bestellten 2-Ct-Kuli bis zu deiner Haustüre fast leer fährt...

Deine Argumentation "es sind doch sowieso alle gleich" ist ziemlich populistisch und pauschalisierend" und stimmt einfach nicht. Aber es ist natürlich einfach, dieser Argumentation zu folgen, da man selber dann nichts ändern braucht....
 
@meesha: eigene Erfahrung : 30 Handschuhe bestellt für den Garten. Ich habe 30 Kartons mit jeweils einem Paar Handschuhe erhalten! Und es waren keine kleinen Kartons, eine Geige hätte locker reingepasst. Beweisfotos kann ich gerne zusenden.
 
@kemo159: Man kann bei Amazon einstellen ob alles zusammen geliefert werden soll oder so schnell wie möglich. So kommen wo viele Kisten zusammen oder du hast riesen Pfoten :)
 
@-Loki-: zumindest bei mir ist die Option schon eine ganze Weile nicht mehr vorhanden. Genauso wie der Standard- anstatt Premiumversand.
 
@-Loki-: die Handschuhe sind mit prime bestellt worden und waren alle lieferbar auf den nächsten Tag. Auhc stammen alle aus dem gleichen depot.
 
@-Loki-: das Obige habe ich auch schon oft erlebt und es war explizit ausgewählt, das alles zusammen versandt werden soll. Noch dazu hatte dann jede Einzellieferung wieder eine eigene Rechnung, total sinnlos.
 
Das isr aber üblich wenn man als Angesgellter gegen Unternehmensinterressen handelt. Dafür gibt es nun mal Ärger. Man sollte die Hand die ein Füttert nicht beißen.
 
@Rage87: Betriebsräte sind auch ein Stück weit gegen die Interessen des Unternehmens und mitunter sogar gesetzlich verlangt ...
 
@DRMfan^^: Betriebsräte sind dazu da, einen Kompromiss zwischen den Interessen der Arbeitnehmer und denen des Arbeitgebers zu finden, dient also durchaus dem Betriebsfrieden, und nicht unbedingt, extern Politik zu betreiben, die vielleicht das Unternehmen gar beschädigt.
 
@rallef: Die Aussage von @Rage87 war "gegen Unternehmensinterressen" und genau darauf ist meine Aussage bezogen. Ein Kompromiss ist fast immer ein Zugeständnis von Arbeitgeberseite und damit eigentlich nicht im Interesse desselbigen, insofern bestätigt deine Argumentation meine Aussage.
 
@DRMfan^^: Der Betriebsfrieden und eine verlässliche Planung bei den Personalkosten ist durchaus im Sinne des Unternehmens.

Erhöhte Personalkosten sind (bei einem gesunden Unternehmen) völlig ok, so lange sie am Markt refinanzierbar sind und zB dabei helfen, qualifiziertes Personal zu finden oder zu halten.
 
@DRMfan^^: Betriebsräte haben ein sehr eingeschränktes Tätigkeitsfeld. Ist sogar gesetzlich festgelegt im Betriebsverfassungsgesetz: https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__80.html
 
@Nunk-Junge: Danke für den Link, ich sehe jedoch nicht, wo das meine Aussage einschränkt oder ihr widerspricht?!
 
@DRMfan^^: Betriebsräte dürfen sich nicht pauschal gegen das Unternehmen wenden, z.B. "Das Unternehmen verkauft nur Schrottprodukte." Du hast also recht wenn Du sagst, dass Betriebsräte ein Stück weit gegen das Unternehmen handeln. Ich wollte nur dieses "ein Stück weit" genauer beschreiben und habe daher die Aufgaben eines Betriebsrats verlinkt. PS: Danke für das Danke. :-)
 
@Nunk-Junge: Achso, klar. Ich würde mich als Betriebsrat auch nicht an die Presse wenden - alleine schon, weil man nie weiß, was die daraus dichten..
 
naja es gibt da nun mal klare Regeln und wer gegen diese Verstößt muss mit Kündigung rechnen ... vollkommen normal! Das das Thema nun Umweltschutz betrifft spielt da keine Rolle. Man kann eben nicht alles machen in einem Arbeitsverhältnis oder muss die Konsequenzen auch tragen.

Es steht den Mitarbeitern ja frei sich für den Klimaschutz zu engagieren aber eben nicht im Namen amazons.
 
@serra.avatar: Sicher spielt das Thema eine Rolle. Würden sie sich im namen von Amazon gegen die Zustände in China aussprechen und Amazon würde sie dafür feuern, dann gäbs wieder einen Shitstorm sondergleichen. Meinungszensur, Angriff auf die Redefreiheit. Aber naja... Umwelt ist eben nicht so wichtig.
 
@James8349: hier geht es aber nicht nur gegen China, sondern auch gegen Firmeninternas worauf die Kündigungsdrohungen beruhen und das ist vollkommen normal und in jeder Firma so! Plauderst du nicht freigegebene Firmeninternas aus, musst du die Konsequenzen tragen!

Macht nen gewaltigen Unterschied!
 
@serra.avatar: Ja ne is klar. Da gehts nicht im Firmeninternas sondern um Meinungen. So wie Amazon auch leute feuert die sich beschweren das die Arbeitsbedingungen nicht gut sind, feuern sie jetzt Leute die sich beschweren das die Maßnahmen zum Klimaschutz nicht ausreichen.

Die müssen eine Genehmigung besorgen wenn sie überhaupt als Amazon-Mitarbeiter mit der Presse sprechen oder irgendwas twittern. Egal ob sie "Find ich ist 'n super Arbeitgeber!" sagen oder die Bilanzen des letzten Jahres ausplaudern würden.

Die haben ihre Meinung zu öffentlich bekannt gemachten Plänen gesagt und eins auf den Deckel dafür bekommen... Und ja, das ist normal da drüben. Aber es ist Mist. Das Arbeitsrecht dort ist nahezu unterirdisch. Das muss man nicht verteidigen.
 
@James8349: Das ist nicht nur bei Amazon so. Wenn du dich in der Öffentlichkeit betriebsschädigend äußerst, darfst du zeitnah beim Chef/ der Personalabteilung antanzen.
Gegen ein "Mein Arbeitgeber ist Super!" wird auch Amazon nichts sagen.
 
@gutzi4u: Wenn du sachliche Kritik übst, ist es (hierzulande freilich) nicht rechtens eine Kündigung auszusprechen. Weder eine ordentliche, noch eine fristlose. Wenn du beleidigend dem Chef gegenüber wirst, oder betriebsgeheimnisse ausplauderst ist das was anderes. Ist generell natürlich immer ein Abwägungsfall. Aber wie gesagt, das Arbeitsrecht in Amerika ist ziemlich unterirdisch. Was man dort darf, dürfte man hier noch lange nicht.

Und auch wenn es dort drüben rechtens ist, muss ich das noch lange nicht befürworten. Ich muss auch nicht alles befürworten was hierzulande rechtens ist.

Für ein Land das die Redefreiheit ansonsten als ein *sehr* hohes gut ansieht (höher noch als die Meinungsfreiheit hierzulande gewertet wird) ist das mehr als fragwürdig.
 
@James8349: Dir ist auch freigestellt, Dir einen anderen Arbeitgeber zu suchen, wenn Du mit dem alten, egal in welcher Form, nicht zufrieden bist.
Meistens unterschreibst Du auch vorher einen Arbeitsvertrag in dem solche Sachen geregelt sind, auch die Konsequenzen, wenn Du dich nicht daran hälst.
Aber Manche glauben, nur weil Klima dran steht, ist alles erlaubt...
 
@James8349: Von einer direkten Kündigung habe ich auch nicht gesprochen, aber Arbeitsverträge regeln auch hierzulande, dass du deinem Arbeitgeber nicht schaden darfst.
 
@gutzi4u: Es geht nicht darum dem Arbeitgeber zu schaden sondern ihn zu kritisieren. Und das darfst du hierzulande jederzeit, ob du es glaubst oder nicht. Solange du dabei eben sachlich bleibst und nicht mit Beleidigungen oder ähnlichem um dich wirfst.
 
Bin alles andere als Amazon Fan. Aber hier sehe ich sie im Recht. Denn es ist auch im jeden anderen Unternehmen so. Wer gegen seinen Arbeitgeber öffentlich über die Presse hatet, muss eben damit rechnen, dass er gegangen wird.
 
Also so wie bei jedem Konzern. Jeder Angestellte eines (Groß)Konzerns weiß wie weit er gehen und was er der Öffentlichkeit mitteilen darf, wenn es um Firmenpolitik geht. Das wird schon im Arbeitsvertrag so geregelt. Hält man sich nicht daran und verrät man mehr als man sollte, oder handelt man im gegensätzlichen Interesse seines Arbeitgebers, wird man eben fristlos gekündigt.

Das ist nichts Neues, doch die Überschrift soll aufzeigen, dass es Amazon speziell auf deren Klimaaktivisten abgesehen hat.
 
Die Überschrift ist merkwürdig, denn sie drückt ja das Gegenteil von dem aus, was diese Mitarbeiter machen: ...droht Mitarbeitern, die sich für Klimawandel engagieren".

Also, sie engagieren sich ja wohl eher gegen den Klimawandel ;-)
 
och is doch mal ne gute Möglichkeit einfach so gekündigt zu werden...also halt hier in Deutschland. Keine ALG1 Sperre ^^. Also ich würde weitermachen. oder auch notfalls klagen. Amazon ist nicht übermächtig und steht auch nicht über dem Gesetz!
 
@legalxpuser: Verstöße gegen den Arbeitsvertrag seitens des Arbeitnehmers führen genau so zur Sperre wie eine eigenmächtige Kündigung.

Nur betriebsbedingte Entlassungen und auslaufende Verträge führen zur garantierten ALG I Zahlung (und auch II, dort gilt die selbe Regel wenn man keinen ALG I Anspruch hat) .
Letztendlich ist es aber Auslegungssache des Sachbearbeiters. Aber in den beiden genannten Fällen darf er sie dir unter keinen Umständen verwehren.

Sehr häufig unterstellen Sachbearbeiter beabsichtigtes Vertragswidriges verhalten um eine Kündigung zu erwirken. Ich arbeite in einem Wohlfahrtsverband regelmäßig mit Ämtern und Betroffenen zusammen und kann aber sagen: bis auf einige schwarze Schafe unter den Sachbearbeitern muss man es wirklich drauf anlegen. Mit einer guten Begründung wird in der Regel keine Sperre verhängt. Wir haben gelegentlich mit Menschen zu tun, die urplötzlich in ALG II landen, weil ihnen das ALG I gesperrt wurde und sie absolut nicht damit gerechnet haben. Einher gehen häufig Stigmata, soziale Ächtung, zerbrechen der sozialen Umfeldes und Depressionen. Häufig innerhalb der ersten Monate. Der Schock und die sozialen Umstände verhindern häufig ein schnelles Handeln um dort heraus zu kommen.
 
@Speggn: jo willkommen in der "sozialen" Marktwirtschaft sag ich nur...
 
Ich sage nur Verschwiegenheiterklärung.
 
Viele Foristen scheinen Unterschied zwischen Wunschdenken und Rechte/Pflichten
die im Arbeitsvertrag klar und eindeutig geregelt sind nicht zu kennen...oder nur
gemäß ihres engen Weltbildes einzuordnen.

Denn wenn diese sog. Aktivisten etwas getan hätten, was in den Augen dieser völlig
realitätsfremden Foristen schlecht wäre(z.B. Nazi-Parolen verbreiten oder Frauen sexuell
belästigen)..und Amazon/Google/Microsoft,Apple/Facebook etc).und sie wären dann
gefeuert worden - ja dann wären die o.g. Firmen wahrscheinlich als die Guten gefeiert
worden.

Deshalb ist diese Androhung einer Kündigung gerechtfertigt, weil das was diese sog. Aktivisten
getan haben ganz einfach gegen die Regeln eines Arbeitsvertrags verstößt. Regeln die es hierzulande genauso gibt. Das Thema das dabei diese Androhung auslöst, ist dabei völlig uninteressant.
Als Privatmensch ohne Bezug auf den Arbeitgeber kann hingegen jeder tun und lassen was
er will....das scheinen viele Foristen (die offenbar noch nie eine Firma von innen gesehen haben)
aber einfach nicht zu verstehen.
 
@Selawi: Es gibt einen Unterschied zwischen "Meinung sagen" und "gegen das Gesetz verstoßen". Wenn dich deine Firma hierzulande feuern möchte weil du deine Meinung zu etwas sagst, dann hat die Firma ein Problem. Nämlich eine Kündigungsschutz Klage die sie verlieren wird...

Du darfst keine Betriebsgeheimnisse ausplaudern, du darfst auch nicht sagen das dein Chef ein Arschloch wäre. Für ein "Die Klimapläne meines Konzerns gehen mir nicht weit genug, da besteht verbesserungsbedarf." kann man dich aber nicht feuern. Und auch nicht wenn du bekannte Tatsachen wiederholst, a lá "Amazon hilft mit ihren Cloud Services/AI der Firma Exxon nach mehr Öl zu suchen."

Das wäre hierzulande Wunschdenken von Firmen. Da müssten sie sich schon andere Gründe einfallen lassen um dich los zu werden.
 
@James8349: Das wichtige Stichwort ist "hierzulande". Und jemand, der sich öffentlich negativ über die Firma äußert, wird man hier auch recht einfach los, mach dir da keine Illusionen.
 
@Chiron84: Nur wenn sie nach anderen Gründen graben. Für Kritik am Arbeitgeber darfst du hier nicht gefeuert werden. Wenn sie andere Gründen finden, tja, das ist dann dein Problem in der Tat. Wenn sie welche fingieren und du kannst denen das Nachweisen, dann ist das allerdings ein Problem für die Firma. Mach dir da mal keine Illusionen.
 
@James8349: Nunja. Verstoß gegen die Treuepflicht, zerrüttetes Vertrauensverhältnis... kommt natürlich auch darauf an, was genau man sagt - aber wer sich öffentlich negativ über seinen Arbeitgeber äußert hat Ruck-Zuck die verhaltensbedingte (hilfsweise ordentliche) Kündigung im Briefkasten. Die Hürden liegen niedriger als man denkt, wenn wir uns mal erinnern dass die Kündigung wegen des niedrigen Pfandbons als gerechtfertigt angesehen wurde damals (womit ich nicht gerechnet hatte).
 
@Chiron84: Da ging es aber nicht um Kritik sondern um Unterschlagung bzw. Bagatelldelikte. Die Kündigung von "Emmely" für die Pfandbons im Wert von 1,30€ (auf die beziehst du dich hier ja denke ich) wurde übrigens auch kassiert und vom Landesarbeitsgericht für ungültig erklärt.
 
@James8349: Du hast Recht, mein Beispiel passt nicht zum Thema "Treuepflicht".
 
@James8349: Den letzten Satz in meinem Kommentar hast du gelesen und auch verstanden?
d.h.
Was jemand als Privatperson machst ist schnuppe....sobald man aber einen Bezug zu einem Arbeitgeber herstellt(so wie bei diesen Leuten die sich als "Amazon-Mitarbeiter" positionieren) brauchen sie für jedwede öffentliche Äusserung eine Genehmigung von ihrem Arbeitgeber.
Das ist in den USA so...das hier in Deutschland so.
Mit einem Gesetzesverstoß hat nichts zu tun, sehr wohl aber mit einem Verstoß gegen
den Arbeitsvertrag.
Und das hat in den USA genauso wie hier in DE arbeitsrechtliche Konsequenzen(Abmahnung oder Kündigung...je nach Fall) ...ist daran irgendetwas nicht zu verstehen ?
 
@Selawi: Oh zu verstehen ist das schon. Es ist nur falsch. Man darf dich hierzulande nicht einfach feuern wenn du öffentlich Kritik übst, auch nicht im "Namen der Firma" als Mitarbeiter. Andererseits darf man dich hingegen feuern wenn du als Privat-Mensch gegen Gesetze verstößt. Ggf. auch schon beim Verdacht.

Edit: Und was ich damit meinte ist das Nazi-Parolen verbreiten und Frauen sexuell belästigen eben ein Gesetzesverstoß ist. Öffentliches Kritik üben wird dir ein Arbeitsvertrag hingegen nur sehr schwer verbieten können. Nur über die Möglichkeit das du keine Betriebsgeheimnisse ausplauderst. Und das ist z.B. nicht der Fall wenn du sagst das die öffentlich angekündigten Maßnahmen zu Thema X dir als Mitarbeiter nicht weit genug gehen. Und ob ein Gericht das hierzulande als geschäftsschädigend auslegen würde, wage ich da auch zu bezweifeln.
 
@James8349: Man sollte vorsichtig sein, wenn man sich negativ über seinen Arbeitgeber äußert. Das rechtfertigt durchaus manchmal sogar eine fristlose Kündigung. Auch hier in Deutschland. Aber ganz so schlimm wie es jetzt klingt ist es auch nicht. Zwar gibt es keine genau festgelegten Regeln, denn die Gerichte wägen in jedem Einzelfall ab. Aber geschäftsschädigende Äußerungen können eine Kündigung nach sich ziehen. Siehe https://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2014/09/09/geschaftsschadigende-auserungen-uber-den-arbeitgeber/
 
@Nunk-Junge: Eine Lüge um eigene Interessen zu pushen ist nun auch keine sachliche Kritik... Aber selbst dort ist zu lesen das die Kündigung kassiert wurde. Ergo ungültig.
 
@James8349: Eine Kündigung kann im Verhalten des Mitarbeiters begründet sein (Kündigungsschutzgesetz). Und das kann auch ein Verhalten außerhalb der Firma sein. Arbeitsgericht Herne hat 2016 sogar eine fristlose Kündigung für rechtens befunden, weil ein Mitarbeiter privat auf einer Facebook-Seite gegen Flüchtlinge gehetzt hast. Das Bundesarbeitsgericht hat 2012 die Kündigung eines Mitarbeiters für rechtens befunden, weil er privat als NPD-Mitglied aktiv war. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat 2013 entscheiden, dass eine verhaltensbedingte Kündigung rechtens war, weil ein Kirchenmusiker privat Ehebruch begangen hat. Das Bundesarbeitsgericht hat 2010 entschieden, dass eine fristlose Kündigung rechtens war, weil der Mitarbeiter privat Zuhälterei betrieb. Und sogar einfach doofes Verhalten kann geahndet werden. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat 2011 entschieden, dass eine Abmahnung rechtens war weil ein Arbeiter ein Scheisswochenende gewünscht hat. Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer sind eben nicht nur mo­ra­lisch, son­dern auch recht­lich zu gutem Miteinander ver­pflich­tet. Das geht so weit, dass es reicht wenn ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber verklagt um damit eine Kündigung zu rechtfertigen.
 
@Nunk-Junge: Also... Kündigungen/Abmahnungen wegen Hetze, Beleidigung (bzw. groben disrespekt im Falle der Abmahnung) oder Zuhälterei sind natürlich rechtens. Sind ja auch alles Vergehen oder Verbrechen.

Der private Ehebruch war fristlos übrigens auch rechtswidrig. Und die ordentliche Kündigung war auch nur rechtens weil es laut kirchlichem Glauben eine schwerwiegende sittliche Verfehlung war. Edit: Hinzu kommt das es nicht rein privat war (weil seine geliebte Mitglied im Kirchenchor war und auch von ihm unterrichtet wurde) und er außerdem seine Vorgesetzten belogen hat.

Sachliche Kritik ist aber kein Vergehen, auch kein Verbrechen, keine sittliche Verfehlung und auch kein Kündigungsgrund. Das mit den Urteilen hier zu vergleichen ist relativ absurd.

Edit 2: Den NPD-Mann vergessen. Ja, wenn du für den Staat arbeitest und für eine verfassungsfeindliche Partei tätig bist, dann kann man mal eine Ausnahme vom AGG machen schätze ich. Für deine politische Gesinnung darfst du ansonsten aber auch nicht gekündigt werden.
 
@James8349: Der Punkt ist, dass Dein privat gelebtes Verhalten durchaus in Konflikt mit der Firma stehen kann und damit auch Kündigung nach sich zieht. So wie der, der privat auf einer Seite gegen Flüchtlinge hetzt und danach rechtens von seiner Firma gekündigt wurde. Es war eine Bergbau-Firma, also keine staatliche Stelle. Das mit dem Musiker war eine außereheliche Beziehung, aber es bestand kein Vorgesetzten-Verhältnis zu der Frau. Und seinen Vorgesetzten darf man über solche Themen anlügen, da diese Fragen gar nicht zulässig sind. Ich führe oft genug Bewerbungsgespräche dass ich weiß, dass Fragen nach Parteien, Gewerkschaften, sexuellen Vorlieben, etc. gar nicht gestellt werden dürfen. Und wenn sie doch gestellt werden, darf der Befragte lügen. Aber ganz pauschal: Das Verhalten des Mitarbeiters muss entweder den Betriebsfrieden nachhaltig stören oder das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zerstört haben, dann ist eine verhaltensbedingte Kündigung möglich. Edit: Nach §241 BGB ist der Arbeitnehmer zur Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Arbeitgebers verpflichtet.
 
@Nunk-Junge: Der NPD-Mann war bei einer staatlichen Stelle, nicht der Hetzer. Volksverhetzung ist eben illegal, das ist kein Wunder das dieses privat gelebte Verhalten auswirkungen hat.

Und ich habe nicht behauptet das es beim Organist ein vorgesetzten Verhältnis zu der geliebten gab, sondern das er die Leute die ihn mit den Anschuldigungen konfrontiert haben belogen hat. Wenn das privat passiert, dann magst du lügen dürfen. Aber wenn es wie hier im Job passiert, während du unterrichtest, oder aufgrund des Kirchenchores mit ihr arbeitest, dann ist das was andres. Und im Vorstellungsgespräch ist es nochmal was anderes.

Was das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber allerdings zerstört, das entscheiden Gerichte oftmals anders als die Arbeitgeber.

Ich will auch gar nicht bestreiten das es verhaltensbedingte Kündigungen gibt. Aber: Für sachliche Kritik ist sie (hierzulande) schlicht nicht gültig. Und nur darum gehts hier. Das die Amazon Mitarbeiter Kritik an den Plänen ihrer Firma üben, weil sie ihnen nicht weit genug gehen. Wenn sie dabei Betriebsgeheimnisse ausplaudern: Geschenkt, dann würden sie auch hier gefeuert. Wenn es aber *nur* (sachliche) Kritik ist, dann kann dich hier niemand deswegen rauswerfen. Und das ist auch gut so.
 
@James8349: In Vorstellungsgesprächen habe ich deutlich weiter gehende Rechte als später, da es noch kein Angestelltenverhältnis gibt. Aber unabhängig davon: Nach §241 BGB ist der Arbeitnehmer zur Rücksicht auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Arbeitgebers verpflichtet.
 
@Nunk-Junge: §241 ist keine Einbahnstrasse. Das gilt für beide seiten.
 
@Selawi: Was erwartest du denn? Die Schulpflicht scheint ja auch nicht zu gelten, wenn die Schüler für den Klimaschutz Shoppen gehen nachdem sie zur Demo von den Eltern mit dem Auto hingefahren wurden. Wenn die Behörden schon alles dulden statt entsprechend der Möglichkeiten zu bestraffen, dann wird das ja auch irgendwann von Arbeitgebern verlangt.
 
@Link: Na ja Schülerdemos und die Untätigkeit von Behörden ist eine Sache
Arbeitsrecht eine andere. Und in den USA gibt es nicht einmal ansatzweise den
Arbeitnehmerschutz wie hierzulande.
Da sagt die dein Boss "deine Nase gefällt mir nicht...du bist fristlos gefeuert"...dann
kannst du nur noch unter Aufsicht deinen Schreibtisch räumen.

Hierzulande geht das zwar offiziell nicht, aber ich hatte schon einen Arbeitgeber der
unliebsame Mitarbeiter prinzipiell nur fristlos feuerte....Das Arbeitsgerichtsverfahren
und Abfindungszahlungen nahm er bewusst in Kauf.Aber er hat nie jemanden wieder
eingestellt.
 
@Selawi: Es sind vielleicht zwei unterschiedlichen Sachen, aber mMn doch vergleichbar. Letztendlich ging es mir aber um die Foristen, die alles bejubeln oder schlechtreden, je nach dem, obs in ihr Weltbild passt oder nicht, da stimme ich dir absolut zu. Würden die Schüler z.B. gegen Einwanderung oder gegen strengeren Umweltschutz protestieren (weil ihnen klar wäre, dass nicht immer MamaPapa für alles aufkommen, sondern sie das irgendwann aus der eigenen Tasche bezahlen müssen), wurde man hier ganz andere Kommentare lesen.
 
Es ist halt die Frage, ob man sich als Privatperson oder als "Amazonmitarbeiter" über Amazon auslässt. Ersteres ist problemlos möglich, letzteres halt nicht.
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