Hack des Knast-Netzwerks:
Insassen bauten eigene PCs aus Schrott

Nur durch einen zufälligen Wechsel der Proxy-Server im Netzwerk ist der Betreiber eines Gefängnisses in den USA Insassen auf die Spur gekommen, die ihre eigenen Computer gebaut und damit die IT-Systeme der Anstalt unterwandert hatten. Die Untersuchung des Falles durch die Behörden ist nun abgeschlossen. Die Sache selbst liegt schon etwas zurück. Im Juli des Jahres 2015 hatte man an der Marion Correctional Institution (MCI) im US-Bundesstaat Ohio die Proxy-Software umgestellt. Zum Einsatz kam nun ein neuer Server, der auch selbstständig den Netzwerk-Verkehr trackt und auswertet. Und direkt mit der Inbetriebnahme lieferten die Statistik-Tools der Software unerwartete Ergebnisse, berichtete der Lokalsender WRGB.

Der Traffic war von Beginn an höher als er hätte sein sollen. Dann fiel auf, dass es Aktivitäten auf Mitarbeiter-Accounts gab, deren Besitzer gar keine Schicht hatten. Einige Tage später wirkte das Ganze dann so, als würden diese Beschäftigten versuchen, ihre Aktivitäten aktiv vor den Monitoring-Programmen zu verbergen. Außerdem wurde ein Rechner mit der Bezeichnung "-lab9-" im Netzwerk entdeckt, was von den normalen Namens-Schemata abwich.


Immer den Kabeln nach

Die Techniker begannen sich daher nun auf die Suche zu machen und verfolgten die Netzwerkkabel zurück. An einem Switch fanden sie dann an Port 16 tatsächlich eine Leitung, die laut den Unterlagen nicht vorhanden sein sollte. Dieses lief in Richtung der Deckenverkleidung, durch die man es dann immer weiterverfolgte. Hinter den Abdeckplatten fand man schließlich zwei komplett funktionstüchtige Computer, die offensichtliche Eigenbauten waren.

Weitergehende Ermittlungen in der Sache führten dann zu fünf Insassen, die in einem Recycling-Programm arbeiteten und dort unter anderem auch Elektronikgeräte in ihre Bestandteile auseinandernahmen. Nach und nach hatten sie hier Bauteile abgezweigt und sich in den ihnen leichter zugänglichen Bereichen eigene Computer zusammengebaut. Mit diesen hatten sie sich dann in das Netzwerk der Gefängnisleitung gehackt und auch nach außen Kontakt aufgenommen. Sie sammelten so beispielsweise Informationen über andere Insassen und missbrauchten Kreditkarten-Daten um an Geld zu gelangen.
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