Korruption: Haftbefehl gegen De-facto-Chef von Samsung ausgestellt
Südkorea wird derzeit von einem Politskandal erschüttert, in dessen Mittelpunkt stehen Korruptionsvorwürfe rund um Präsidentin Park Geun Hye. Die Affäre zieht aber immer weitere Kreise, denn nun wurde mit Samsung auch das mächtigste Unternehmen des Landes in die Angelegenheit hineingezogen.
Denn die in diesem Korruptionsfall tätigen koreanischen Ermittler haben einen Haftbefehl gegen Lee Jae Yong erwirkt, der Erbe des Mischkonzerns ist auch der De-facto-Chef von Samsung. Ihm wird vorgeworfen, dass er versucht haben soll die Präsidentin des Landes über ihre wichtigste Beraterin bestochen zu haben. Lee Jae Yong ist derzeit offiziell zwar "nur" Vizechef des Konzerns, im Grunde führt er das Unternehmen aber an, da sein Vater und Samsung-Chef Lee Kun Hee seit 2014 aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig ist.
Lee Jae Yong wird aktuell vorgeworfen, Tochterunternehmen von Samsung angewiesen zu haben "Spenden" in Millionen-Dollar-Höhe an Choi Soon Sil, der wichtigsten Beraterin der Präsidentin, zu überweisen. Die Beraterin soll diese Gelder für diverse Stiftungen erhalten haben, diese sind aber offenbar teilweise in ihren eigenen Taschen versickert, wie u. a. die New York Times berichtet.
Samsungs Anwälte argumentieren in diesem Fall, dass der Konzern keine Gegenleistungen für diese Spenden erhalten habe, weshalb es sich auch um keine Bestechung handeln könne.
Aktuell vermuten die Ermittler, dass die mutmaßlichen Bestechungen dazu gedient hätten, eine staatliche Genehmigung für eine Fusion innerhalb des Konzerns zu bekommen. Dabei geht es letztlich auch um die Machtübergabe von Lee Kun Hee an seinen Sohn Lee Jae Yong.
Lee Jae Yong wird aktuell vorgeworfen, Tochterunternehmen von Samsung angewiesen zu haben "Spenden" in Millionen-Dollar-Höhe an Choi Soon Sil, der wichtigsten Beraterin der Präsidentin, zu überweisen. Die Beraterin soll diese Gelder für diverse Stiftungen erhalten haben, diese sind aber offenbar teilweise in ihren eigenen Taschen versickert, wie u. a. die New York Times berichtet.
Samsungs Anwälte argumentieren in diesem Fall, dass der Konzern keine Gegenleistungen für diese Spenden erhalten habe, weshalb es sich auch um keine Bestechung handeln könne.
Vorwürfe nichts Neues
Für den koreanischen Großkonzern sind die Vorwürfe und der Haftbefehl gegen Lee Jae Yong höchst unangenehm, etwas Neues sind derartige Untersuchungen aber nicht, ganz im Gegenteil: Samsung und seine Führungsriege stehen in Korea immer wieder im Mittelpunkt von Korruptionsuntersuchungen. Lee Senior wurde 1996 wegen Bestechung und 2009 wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Ins Gefängnis musste er aber beide Male nicht, die Strafen wurden ausgesetzt und später per präsidialen Erlass getilgt.Aktuell vermuten die Ermittler, dass die mutmaßlichen Bestechungen dazu gedient hätten, eine staatliche Genehmigung für eine Fusion innerhalb des Konzerns zu bekommen. Dabei geht es letztlich auch um die Machtübergabe von Lee Kun Hee an seinen Sohn Lee Jae Yong.
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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