Erdbeben-App funktioniert überraschend viel besser als gedacht

Japan, Erdbeben, Frau Bildquelle: Reuters
Eine seit Jahresbeginn verfügbare App zur Erdbeben-Erkennung hat zwar noch längst nicht die Verbreitung gefunden, die die Entwickler sich gewünscht hätten - aber dafür schon außerordentlich beachtliche Ergebnisse gebracht, die teils gar nicht erwartet wurden. Die App namens "MyShake" wurde im Februar von Seismologen der University of California in Berkeley veröffentlicht. Zum Start handelt es sich in erster Linie um ein Citizen Science-Projekt, bei dem möglichst viele freiwillige Helfer den Forschern an der Universität Daten liefern, die sie mit ihren begrenzten Ressourcen nie bekommen würden. Die App holt sich dafür die Daten von den in Smartphones eingebauten Bewegungssensoren.

Die Mobiltelefone arbeiten, wenn sie beispielsweise längere Zeit auf dem Tisch liegen, als behelfsmäßige Seismographen und schicken Daten zu gemessenen Erschütterungen an einen zentralen Server. Dabei ist es unerheblich, ob das einzelne Gerät unterscheiden kann, ob es gerade durch ein Erdbeben in Bewegung versetzt wird oder nur jemand an den Tisch gestoßen ist. Denn für die Forscher ist letztlich interessant, was ein ganzes Netz von Messpunkten wahrnimmt, so dass einzelne Ereignisse recht einfach ausgefiltert werden können.


Nach Angaben der Forscher haben sich bisher rund 200.000 Smartphone-Nutzer die App heruntergeladen. Das ist im quasi weltweiten Maßstab nicht sonderlich viel. Hinzu kommt, dass immer auch eine Reihe von Geräten gerade abgeschaltet ist. Trotzdem konnten über die App bereits 200 Beben in zehn verschiedenen Ländern registriert werden. "Wir fanden heraus, dass MyShake große Erdbeben registrieren kann - aber durchaus auch kleine, bei denen wir nie dachten, dass es möglich sei", erklärte Qingkai Kong, der die Anwendung mit entwickelt hat.

Die Daten von der App sind für die Bebenforscher vor allem auch sehr nützlich, da sie mit dem bestehenden Seismographen-Netz kombiniert werden können und so die bereits vorhandenen Informationen noch aufwerten. Die Forscher würden sich über eine noch weitergehende Verbreitung freuen, so dass sie beispielsweise auch Daten aus Ländern erhalten können, in denen es derzeit noch kein Seismographen-Netz gibt. Die trotzdem vorhandenen hunderttausenden bis Millionen Smartphones könnten hier eine gute Alternative darstellen.

Geplant ist außerdem eine Weiterentwicklung des gesamten System, das aber deutlich mehr Nutzer erfordern würde. Dann könnten die Systeme vielleicht schon frühe Anzeichen eines kommenden größeren Bebens erkennen und zügig Warnungen an die Nutzer verschicken. Bis heute ist es schlicht nicht möglich, kommende Beben gut vorherzusagen. Ein größeres Sensoren-Netzwerk könnte aber doch zumindest kurzfristig warnen - und wenn es nur Sekunden vor dem Einsetzen größerer Erdstöße sind. Die Zeit würde im Zweifelsfall dann vielleicht helfen, schnell unter einen Tisch zu krabbeln oder ins Freie zu gehen und sich so vor herabstürzenden Trümmern zu schützen. Japan, Erdbeben, Frau Japan, Erdbeben, Frau Reuters
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren10
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Tipp einsenden