Warcraft-Film: Zahlreiche Kritiker-Verrisse, aber auch durchaus Lob
Diese Woche kommt die lange Zeit geplante Verfilmung der PC-Spielereihe Warcraft in die Kinos und so mancher Gamer kann es nicht erwarten, den Streifen endlich zu sehen, schließlich ist das Blizzard-Universum eines der beliebtesten überhaupt. Die Reviews sind aber alles andere als begeistert, viele Kritiker haben den Film verrissen. Aber er hat auch einige Freunde.
Filme, die auf Spielen basieren, waren noch nie Kritikerlieblinge. Allerdings ist das kein Zufall, da es in der Tat nur wenige gute Verfilmungen dieser Art gibt. Warcraft hat in den Trailern zumindest einiges versprochen, doch viele Reviews kennen auch dieses Mal keine Gnade.
Im Film wird das aber zum Hindernis: "Im Kino hingegen muss der Zuschauer tatenlos zusehen, wie sich Orcs und Menschen durch die lineare Handlung schleppen." Weiter meint man: "Selten gab es einen freudloser servierten Märchen- und Mythensalat als in Azeroth, dem irgendwo zwischen Camelot, Disneyland und Mittelerde für Pauschaltouristen gelegenen Schauplatz der Handlung."
The Hollywood Reporter
Der Hollywood Reporter (THR), neben Variety eine der großen Branchen-Autoritäten, ist noch verhältnismäßig gnädig im Urteil zum Warcraft-Film: So bemängelt THR vor allem den Umstand, dass Nicht-Spieler durch die "sich sehr ernstnehmende Mythologie" überfordert und gelangweilt sein könnten, die Fokussierung auf Charaktere wird aber durchaus positiv hervorgehoben.Variety
Die andere Branchen-Großmacht ist Variety, hier wird der Film allerdings nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Variety meint, dass enorm viel Aufwand für Computer-generierte Effekte (CGI) betrieben worden ist, Warcraft aber nicht viel besser aussehe als ein "animierte TV-Werbung für iPhone-Spiele". Beklagt wird auch, dass Regisseur Duncan Jones seinen Film viel zu ernst nehme, denn "das unterstreicht nur die Albernheit".The Guardian
Der britische Guardian hat auch erzählerische Probleme mit Warcraft bzw. kritisiert die Schaffung einer glaubwürdigen Welt bzw. dass der Film dabei scheitert. "In Herr der Ringe hatten wir etwa das Auenland, um stellvertretend zu zeigen, wofür eigentlich jeder kämpft. Hier sehen wir von Azeroth praktisch nichts außer königlichen Burgen, Zauberer-Türmen und epischen Schlachtfeldern." Der Guardian meint, dass die CGI diese Distanz noch weiter verstärke. Auch die so häufigen Schlachtszenen fühlten sich seltsam substanzlos an, so die Zeitung, "wir fühlen selten die Hitze der Schlacht".Spiegel Online
Das deutsche Nachrichtenportal Spiegel Online will es sich mit Gamern nicht verscherzen und betont gleich mehrfach, wie "bahnbrechend" die Strategie- und Rollenspielereihe sei. Zwar greife sie generisch Tolkiensche Elemente auf, das sei aber nicht Schlimmes: "Die Innovationskraft und wahre Kunst von Warcraft liegt im Gameplay, in der Interaktion des Spielers mit der programmierten Umgebung."Im Film wird das aber zum Hindernis: "Im Kino hingegen muss der Zuschauer tatenlos zusehen, wie sich Orcs und Menschen durch die lineare Handlung schleppen." Weiter meint man: "Selten gab es einen freudloser servierten Märchen- und Mythensalat als in Azeroth, dem irgendwo zwischen Camelot, Disneyland und Mittelerde für Pauschaltouristen gelegenen Schauplatz der Handlung."
Die Welt
Die an sich in solchen Dingen eher konservative Welt hat hingegen überraschend viel Freude am Warcraft gehabt. Dort meint man, dass hier "vielleicht erstmals in der Geschichte von Games und Kino" nicht die "billige Ausbeutung einer Marke" versucht wird. Als sehr "überzeugend" bezeichnet man auch das "Zusammenspiel von Schauspielern in Kostümen (die Menschen) und Schauspielern mit computergeneriertem Äußeren (die Orks)". Im Fazit ist man sehr wohlwollend, Warcraft sei zwar "letztendlich auch 'nur' ein Fantasyfilm, wenn auch ein sehr sorgfältig gearbeiteter".
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