Netflix: Nutzungsbedingungen drohen VPN-Nutzern die Sperrung an
Der beliebte Streaming-Dienst Netflix hat von Land zu Land unterschiedliche Inhalte im Angebot. Per VPN können diese jedoch (von zahlenden Kunden) auch anderswo angesehen werden. Das passt der Content-Industrie aber nicht, diese setzt Netflix entsprechend unter Druck, diesen nicht vorgesehenen bzw. ungeliebten Zugang zu unterbinden.
Netflix hat nun darauf reagiert und entsprechende VPN-Restriktionen in seinen Nutzungsbedingungen festgeschrieben. Diese hat ein Nutzer namens CrypticCraig entdeckt und auf Reddit veröffentlicht bzw. zusammengefasst.
Etwaige Konsequenzen werden unter 6H erläutert: "Wir können Ihre Nutzung des Dienstes ohne Entschädigung oder Ankündigung beenden oder einschränken, wenn Sie (i) diese Nutzungsbedingungen verletzen oder (ii) in eine illegale oder unangemessene Nutzung des Dienstes involviert sind bzw. wir diesbezüglich einen begründeten Verdacht hegen."
Inwieweit Netflix das tatsächlich durchsetzen wird, ist allerdings offen. Denn eigentlich kann es Netflix selbst egal sein, in welcher Region seine Nutzer sich "aufhalten". Erst vor kurzem plädierte Netflix-Chef Reed Hastings für die Einführung globaler Lizenzen, da zahlende Kunden nicht das Problem seien, sondern jene, die nichts für Inhalte bezahlen wollen. Das Argument dürfte aber bei den Hollywood-Studios dennoch auf taube Ohren stoßen, die Content-Anbieter wollen schließlich ihre Lizenzen von Land zu Land einzeln anbieten, da dies sicherlich mehr Geld einbringt.
Siehe auch: Netflix-Chef - Filmindustrie muss endlich globale Rechte anbieten
"Geografische Verifizierung"
So heißt es auch in der deutschen Ausgabe der Terms of Use in Sektion 6C: "Sie dürfen die Filme und Serien auf dem Netflix-Dienst in erster Linie in dem Land ansehen, in welchem Sie Ihr Konto erstellt haben, und nur in geografischen Regionen, in welchen wir unseren Dienst anbieten und für welche wir solche Filme und Serien lizenziert haben. Die zum Ansehen verfügbaren Inhalte können sich je nach Region unterscheiden. Netflix verwendet Technologien, um Ihren geografischen Aufenthaltsort zu verifizieren." Infografik: Zahl der weltweiten Netflix-Nutzer wächst
Etwaige Konsequenzen werden unter 6H erläutert: "Wir können Ihre Nutzung des Dienstes ohne Entschädigung oder Ankündigung beenden oder einschränken, wenn Sie (i) diese Nutzungsbedingungen verletzen oder (ii) in eine illegale oder unangemessene Nutzung des Dienstes involviert sind bzw. wir diesbezüglich einen begründeten Verdacht hegen."
"Virtuelles Überschreiten von Grenzen"
VPN wird zwar nicht direkt erwähnt, Netflix bestätigte aber auch Nachfrage, dass man "den Einsatz von VPN ablehnt/bekämpft". Gegenüber IBTimes UK ließ das Unternehmen ausrichten, dass das "virtuelle Überschreiten von Grenzen" einen Verstoß darstelle, was mit "Lizenz-Restriktionen bei Inhalten" zusammenhänge: "Wir verwenden Industrie-Standard-Maßnahmen um eine derartige Nutzung zu verhindern."Inwieweit Netflix das tatsächlich durchsetzen wird, ist allerdings offen. Denn eigentlich kann es Netflix selbst egal sein, in welcher Region seine Nutzer sich "aufhalten". Erst vor kurzem plädierte Netflix-Chef Reed Hastings für die Einführung globaler Lizenzen, da zahlende Kunden nicht das Problem seien, sondern jene, die nichts für Inhalte bezahlen wollen. Das Argument dürfte aber bei den Hollywood-Studios dennoch auf taube Ohren stoßen, die Content-Anbieter wollen schließlich ihre Lizenzen von Land zu Land einzeln anbieten, da dies sicherlich mehr Geld einbringt.
Siehe auch: Netflix-Chef - Filmindustrie muss endlich globale Rechte anbieten
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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